Fast verramscht: Verkäufer staunen über Mega-Expertise für barocken Bierhumpen
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“Bares für Rares”
Das Verkäufer-Paar hatte die Wohnung der Eltern ausgeräumt und “das Teil in einem Kasten gefunden”, erzählte der Verkäufer. “Die Eltern haben es vielleicht vom Flohmarkt”, spekulierte Wolfgang, sonst hatte er keinerlei Information zum Objekt. Lichter fand den Krug auf den ersten Anblick schon “Hammer”, und das ohne das Innere gesehen zu haben.
“Bares für Rares”
“Ich finde den Anblick spektakulär”, kündigte Berding an, als sie den Deckel öffnete. Innen war der Krug “mit einem satten, orange-gelben Ton” feuervergoldet und “es glänzt, als wenn es neu wäre”, beschrieb die Expertin begeistert. Doch auch an der Dekoration “kann man sich gar nicht satt sehen”. Dort waren überall Münzen eingelassen.
“Bares für Rares”
Dabei handelte es sich um Verkehrsmünzen aus der Zeit von 1525 bis kurz nach 1700. Die Taler waren im Bierhumpen eingelötet. Deshalb erklärte Berding, die zwar “lieber Kölsch als Pils” trank, dass der Krug eigentlich nicht als Bierkrug verwendet worden war. “Denn irgendwann wäre der Druck zu groß und die Lötstellen würden lecken”, so Berding.
“Bares für Rares”
Demnach handelte es sich um ein Schaustück, das Berding anhand der Punze auf 1727 bis 1737 datierte. Auf den Münzen erkannte sie zudem lutherisch-christliche Motive. Sie verortet den alten Bierhumpen aus 12-lötigem Silber nach Breslau. Die Bewohner waren bereits 1522 dem lutherischen Glauben beigetreten, “und das trotz katholischem Umfeld”.
“Bares für Rares”
“Hoch spannend”, fand Lichter: “Ich bin begeistert und voller Ehrfurcht.” Doch nun zum Wunschpreis. Der lag bei 500 Euro. Aber “das ist ein Sammlerstück”, betonte die Expertin und schätzte den Wert viel höher ein, auf 3.000 bis 3.500 Euro. “Wahnsinn”, prustete der Verkäufer und Petra schrie: “Boom”. Dem konnte Lichter nur zustimmen: “Boom.”

“Bares für Rares”
Mit so einem hohen Schätzpreis hatte die Verkäufer nicht gerechnet: “Eigentlich wollten wir den Krug beim Hausflohmarkt schon verkaufen”, so der Verkäufer. Zum Glück hatten sie sich noch umentschieden, denn auch im Händlerraum sorgte vor allem das Alter des Münzhumpens für Staunen. “Wow, außergewöhnlich”, bewunderte Fabian Kahl das Objekt.
“Bares für Rares”
Auch Walter Lehnertz hatte Interesse am “jecken Teil” und bot 280 Euro als Startschuss für ein reges Bietergefecht. Denn mit der Hilfe von allen im Raum kletterten die Gebote schnell in Richtung Schätzpreis. Bei 2.100 Euro entschied Lehnertz aber: “Ich zank mich jetzt nicht mehr drum.” Danach musste Kahl nur noch Benjamin Leo Leo loswerden …
“Bares für Rares”
Erst als Fabian Kahl 3.000 Euro bot, warf auch Benjamin Leo Leo das Handtuch. Die Grenze der Expertisen-Schätzung war damit erreicht und noch viel wichtiger: Der Wunschpreis versechsfacht. Der Händler freute sich über seinen “ersten barocken Münzkrug” und Lehnertz flüsterte zustimmend: “Der ist bärenstark.”








