Mit „Schockgebot“ schaltet „Bares für Rares“-Händler seine Kontrahenten aus

Das war wohl Liebe auf den ersten Blick. Bei diesem Bild war die Obergrenze des Expertisenpreises Nebensache. Denn „Bares für Rares“-Händler Wolfgang Pauritsch hatte sich schockverliebt – da spielte Geld keine Rolle.
„Bares für Rares“-Händler schockverliebt in Gemälde
Auf den ersten Blick war Horst Lichter angetan von dem „hübschen kleinen Dorf“ auf dem Gemälde. Und Experte Colmar Schulte-Goltz konnte nur zustimmen. „Ja, ich finde das auch ganz charmant, farbenfroh, dynamisch, freundlich!“, zählte er die überzeugenden Eigenschaften des Kunstwerks auf. Das Bild stammte aus dem Nachlass des Vaters der Brüder.
Doch der Experte war nicht nur von dem Bild, sondern vor allem von dem bekannten Künstler begeistert: Eberhard Viegener. Der deutsche Maler aus Soest hatte viele Stile in seinem Werk vereint: Neue Sachlichkeit, Kubismus, Expressionismus. Doch vor allem seine „expressionistischen, leuchtenden Bilder sind sehr beliebt“, erzählte Schulte-Goltz.

Auf dem Gemälde „Haardorf im Frühling“ zeigte der Künstler zudem seinen prägnanten Pinselstrich, um die Farben „besonders heftig und spachtelartig“ auf die Hartfaserplatte aufzutragen. Auf der Rückseite des signierten Werks stand zudem das Entstehungsjahr: 1957. Die Bilder dieses Künstlers sind laut Experten sehr gefragt.
Händler sind begeistert: „Enorm tolle Farben“
Doch leider hatte das Bild in der Vergangenheit etwas gelitten. Die Oberfläche war stellenweise stark gereinigt worden, mit einer Verletzung in der Mitte des Bildes. Die Fehler waren den Brüdern bisher nicht aufgefallen, dennoch blieben sie bei ihrem ursprünglichen Wunschpreis in Höhe von 1.000 Euro. Doch Schulte-Goltz ging sogar noch höher.
Julian Schmitz-Avila vermutete zwar einen Riss in der Mitte der Platte, aber das Dorf-Motiv des bekannten Künstlers überzeugte vor allem Wolfgang Pauritsch. Die Bilder des Malers erzielten laut Händler-Recherche bis zu 15.000 Euro. Dennoch erwiderte Schmitz-Avila: „Fünfstellige Beträge erhalten aber vor allem seine kubistischen Bilder!“
Trotzdem war es Schmitz-Avila, der die Runde eröffnete und 600 Euro bot. Denn „es ist ein sehr farbenfrohes Gemälde“. Bei diesem Preis blieb es nicht lange, denn auch Thorsden Schlößner hatte großes Interesse und bot 700 Euro „für die wunderschönen Farben.“ Nach einigen weiteren Geboten legte Schlößner sogar noch 1.300 Euro hin.








