Bares für Rares“: Als die Händler zögern, funkt Horst Lichter dazwischen
Bei „Bares für Rares“ bringen Händler eine Fabergé-Brosche fast zum Scheitern. Dann greift Horst Lichter ein.

Heidi Wiesejahn (76) aus Ratingen hat sich mit einer Brosche auf den Weg ins Pulheimer Walzwerk gemacht. „Die habe ich vor 30 Jahren einem befreundeten Ehepaar abgekauft, das nach Costa Rica ausgewandert ist“, erzählt sie. Was sie nicht ahnt, ihr Schmuck ist ein echtes Prachtstück.
Zaren-Brosche sorgt für Aufruhr bei „Bares für Rares“
Expertin Dr. Heide Rezepa-Zabel (60) schaut genau hin. „Der Schmuck stammt aus dem russischen Zarenhaus“, sagt sie. Die Brosche sei mit Saatperlen eingefasst und in der Mitte mit echten Diamanten besetzt. Eine „hervorragende Arbeit“. Laut der Expertin stammt das edle Stück aus der Werkstatt von August Hollming, einem Goldschmied bei Fabergé. „Er war auf Repräsentationsbroschen spezialisiert, die oft als Geschenke oder Ehrungen vergeben wurden“, erklärt Rezepa-Zabel.
Die damalige Besitzerin hatte das Schmuckstück einst auf 3000 bis 6000 D-Mark geschätzt. Heidi wünscht sich heute 2000 Euro dafür. Doch Rezepa-Zabel legt nach: „Auf dem internationalen Kunstmarkt wären 7000 bis 10.000 Euro realistisch.“ WOW! Im Händlerraum herrscht überraschend viel Skepsis. Zwar zeigen alle Interesse, doch niemand will richtig zugreifen. Elisabeth Nüdling (45) erklärt: „Wir haben keinen klassischen Fabergé-Stempel gefunden.“

Bei 3000 Euro kommt der Handel ins Stocken. Da schreitet Horst Lichter ein. „Ich habe gemerkt, dass es hakt“, sagt er, und übernimmt mal eben selbst das Wort. Er erklärt den Händlern, dass bei Fabergé-Schmuck der Stempel meist vom Goldschmied Hollming stammt, nicht vom Meister selbst. „Das ist so bei Fabergé“, betont er.








