So emotional war es noch nie: Sarafinas Zwillinge bringen alle an ihre Grenzen..
Schon zu Hause ist die Spannung kaum auszuhalten. Jeder wartet sehnsüchtig auf die entscheidende Nachricht. Junge oder Mädchen? Die Spekulationen laufen heiß. Der Bauch war doch spitz – heißt das nicht, es werden Jungs? Oder doch Mädchen? Niemand weiß es genau. Die Minuten ziehen sich endlos, während alle auf heißen Kohlen sitzen und nur hoffen, dass Mutter und Kinder wohlauf sind.

Dann endlich die Erlösung: Glückwünsche, Umarmungen, Tränen der Freude. Zwei Jungs sind es geworden. Die Erleichterung ist riesig, die Freude überwältigend. Im Hause Wollny wird gelacht, diskutiert und gefeiert – auch wenn schnell klar wird: Diese Geburt ist kein gewöhnlicher Start ins Leben. Die Zwillinge sind zehn Wochen zu früh per Notkaiserschnitt zur Welt gekommen.
Während sich die Familie über den doppelten Nachwuchs freut, liegt über allem auch Sorge. Besonders der kleine Casey bereitet den Eltern schlaflose Nächte. Er ist das schwächere der beiden Babys und benötigt noch Unterstützung beim Atmen. Schläuche, Kabel, die Lungenmaschine – ein Anblick, der niemanden kaltlässt. Als die ersten Bilder von Casey die Runde machen, brechen bei vielen die Emotionen durch. Zu wissen, wie schwer der Weg bis zur Schwangerschaft für Sarafina und Peter war, macht diese Situation umso belastender.
Emori Maximilian Wollny, Baby Nummer eins, ist etwas stabiler. Casey Maximilian Wollny kämpft noch. Zwei kleine Kämpfer, kaum größer als eine Hand, und doch schon mitten im größten Kampf ihres Lebens. Die Namen stehen fest – schlicht, stark, besonders. Namen, die man nicht an jeder Ecke hört, aber genau deshalb berühren.
Die Ärzte geben vorsichtige Hoffnung. Die nächsten 48 Stunden sind kritisch. Vor allem Casey muss diese Phase überstehen, denn seine Lunge ist noch nicht vollständig entwickelt. Unterstützung ist lebensnotwendig. Jeder weiß: Jetzt zählt jede Stunde. Die Familie hält zusammen, drückt die Daumen, betet – und versucht, die Sorgen nicht übermächtig werden zu lassen.

Peter darf seine Söhne besuchen. Zum ersten Mal steht er vor den Brutkästen, sieht die winzigen Körper, die dünnen Beinchen. Er darf helfen, lernt, wie man eine Windel wechselt, wie vorsichtig jede Bewegung sein muss. Theorie und Realität – ein himmelweiter Unterschied. Und doch ist da dieses Gefühl von Liebe, das alles andere überstrahlt. Jeder Moment mit den Kindern ist kostbar.
Sarafina, noch geschwächt von der Geburt, wird im Rollstuhl auf die Intensivstation gebracht. Gemeinsam erleben die Eltern die ersten Stunden mit ihren Söhnen. Sie dürfen rund um die Uhr bei ihnen sein – schlafen dürfen sie dort nicht, aber Nähe zählt jetzt mehr als alles andere. Liebe, Zuwendung, Berührung: all das fördert die Entwicklung der Babys.
Langsam kommen auch vorsichtig gute Nachrichten. Emori atmet selbstständig, Casey braucht noch Beatmung, doch die Ärzte sind optimistisch. Die ersten 24 der kritischen 48 Stunden sind geschafft. Hoffnung macht sich breit.
Noch können Peter und Sarafina ihr Glück kaum fassen. Trotz aller Angst schweben sie auf Wolke sieben. Zwei kleine Wunder, so klein und doch so stark. Zwei Kämpfer, die schon jetzt zeigen, was es heißt, Wollny zu sein.








