Wer hat Marion Baier getötet: 52 Jahre alter Cold Case aufgerollt
Mit diesem Satz wendet sich das Polizeipräsidium Mittelfranken an die Öffentlichkeit. Der Grund: Die Kriminalpolizei Fürth findet bei der Untersuchung von Beweisen einen neuen Ermittlungsansatz.
Der über 52 Jahre alte Cold Case wird jetzt erneut bearbeitet – dazu wurde bei der Kriminalpolizei Fürth die Arbeitsgruppe „Hainberg“ eingerichtet.

Rückblick
In der Nacht zum 02.07.1973 wurde die damals 12-jährige Marion Baier im Oberasbacher Gemeindeteil Kreutles (im Landkreis Fürth) von einem bislang unbekannten Täter ermordet. Ein Arbeiter fand die Leiche des Mädchens am Montagmorgen, den 02. Juli 1973, auf einer der Flächen des damaligen Neubaugebiets an der Hainbergstraße in Oberasbach. Sie wurde erschlagen.
Ihr Körper war teilweise entkleidetet – deshalb gingen die Ermittler davon aus, dass Marion Baier einem Sexualstraftäter zum Opfer gefallen war.
Die Polizei konnte damals im Rahmen der Ermittlungen rekonstruieren, dass sich Marion Baier am Tag zuvor auf dem Fischerfest im benachbarten Zirndorf war. Dort wurde sie zuletzt gegen 20:00 Uhr von einer Schulfreundin gesehen.
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Der Tatort
Polizeibeamte fanden in der Nähe der Leiche ein Silbermedaillon mit dem Abbild des Hl. Christophorus (Schutzpatron der Reisenden und Autofahrer), das offensichtlich dem Täter zuzuordnen ist.
Am Tatort konnte die Polizei außerdem mehrere Schuhabdrücke finden. Das erkennbare Sohlenprofil in der Größe 43 gehörte nach polizeilichen Erkenntnissen zu Turnschuhen der Marke Adidas und fand bei den damaligen Modellen „Olympia“ (Typ 3010), „Italia“ (Typ 302), „Gazelle blau“ (Typ 3100) oder „Allround“ (Typ 3070) Verwendung.
Neuer Ermittlungsansatz
Bei der Überprüfung des Cold Case, konnten die Beamten Parallelen zu einem Fall im Regierungsbezirk Schwaben ermitteln: Der Mordfall Sonja Hurler aus dem Jahr 1981.
Hinweise aus der Bevölkerung gesucht
Die Kriminalpolizei Fürth bittet um Hinweise aus der Bevölkerung. Der Aufruf richtet sich vor allem an Zeitzeugen aus dem Jahr 1973. Personen, die sich auf dem Fischerfest in Zirndorf oder im angrenzenden Oberasbach aufgehalten haben, kommen als wichtige Zeugen in Betracht. Aber auch Fotos, die im besagten Zeitraum auf dem Fischerfest gemacht wurden könnten hilfreich sein.
Dazu hat die Polizei folgende Fragen:
- Wer kann Angaben zum Mordfall Marion Baier machen?
- Wer hat das Fischerfest am 01. Juli 1973 besucht?
- Wer kannte Marion Baier und kann sich an deren Besuch auf dem Fischerfest erinnern?
- Wer kann Angaben zu Personen machen, mit denen Marion Baier an diesem Tag Kontakt hatte?
- Wer hat am 01. Juli 1973 Fotos vom Fischerfest gemacht, die er der Polizei für Ermittlungen zur Verfügung stellen kann?
- Wer hat in der Nacht vom 01. auf den 02. Juli 1973 im Bereich des Neubaugebiets an der Hainbergstraße Wahrnehmungen gemacht, an die er sich in Verbindung mit dem Mordfall erinnern kann?
- Wer kann Informationen zu den oben genannten Beweismitteln bzw. Zeugenwahrnehmungen machen?
Belohnung ausgesetzt
Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat oder zur Festnahme des Täters führen, hat das Bayerische Landeskriminalamt im Mordfall Marion Baier eine Belohnung in Höhe von 10.000 Euro ausgesetzt. Hinweise nimmt die Kriminalpolizei unter der Telefonnummer 0911 2112-3333 entgegen.








