Loredana und Flo erwarteten diese Überraschung mit Spannung: „DIE WOLLNYS“..
Für Florian und Loredana steht ein großer Schritt Richtung Selbstständigkeit an: Beide wollen ihren Führerschein machen – und dafür müssen sie regelmäßig nach Bünde fahren, rund drei Autostunden von Ratheim entfernt. Die Planung dafür war aufwendig, denn das Familienleben der Wollnys lässt sich nicht einfach pausieren. Besonders seit der Geburt der Zwillinge ist die Sorge groß, im Ernstfall zu weit weg zu sein. Trotz aller Zweifel fällt schließlich die Entscheidung: Sie fahren. Denn das Leben muss weitergehen – auch mit Verantwortung.

Am nächsten Morgen beginnt in Bünde der erste große Tag. Loredana startet ihre allererste Fahrstunde, begleitet von leichtem Herzklopfen und sichtbarer Nervosität. Fahrlehrer Mark, der bereits andere Wollnys erfolgreich durch den Intensivkurs gebracht hat, erklärt ihr ruhig die Grundlagen des Automatikfahrzeugs. Bremse, Gangwahl, Anfahren – Schritt für Schritt tastet sich die 17-Jährige heran. Vorsichtig, aber konzentriert rollt das Auto an, jede Bewegung noch bedacht, jedes Manöver neu. Doch schnell wird klar: Loredana schlägt sich besser als erwartet. Für eine erste Fahrstunde macht sie ihre Sache erstaunlich souverän.
Währenddessen kämpft Florian ebenfalls um seinen nächsten Meilenstein. Für ihn steht die Anhängerprüfung an – ein wichtiger Schritt, um in Zukunft flexibler für die Familie da zu sein. Mit einer Portion Nervosität, aber auch Selbstvertrauen geht er in die Prüfung. Die Spannung bleibt hoch, bis am Nachmittag endlich die erlösende Nachricht kommt: bestanden. Die Freude bei der Familie ist groß, der Stolz noch größer. Ein kleiner Fehler, nichts Dramatisches – das Ziel ist erreicht.
Doch während Florian Erleichterung verspürt, wird für Loredana die emotionale Belastung immer größer. Der Crashkurs fordert volle Konzentration, doch genau die fällt ihr zunehmend schwer. Die Entfernung zur Familie, die Gedanken an die Zwillinge und das Gefühl, etwas zu verpassen, lassen sie innerlich nicht zur Ruhe kommen. Schließlich trifft sie eine schwere, aber ehrliche Entscheidung: Sie bricht den Kurs vorerst ab und fährt nach Hause.
Am Telefon erklärt sie ihrer Mutter ruhig, aber bestimmt, dass sie den Führerschein nicht aufgibt – sondern nur verschiebt. Sie braucht mehr Zeit, mehr Sicherheit und vor allem die Nähe ihrer Familie. Die Wollnys reagieren verständnisvoll. Enttäuschung liegt zwar in der Luft, doch sie wird überlagert von Fürsorge. Loredana war noch nie länger allein, und ihre Sensibilität ist kein Geheimnis.

Zurück in Ratheim wird sie herzlich empfangen. Schnell wird klar: Für Loredana war die Familie in diesem Moment wichtiger als jedes Prüfungsdatum. Der Fahrlehrer bestätigt später, dass die fehlende Konzentration ein Risiko gewesen wäre. Jetzt heißt es: ankommen, durchatmen, lernen – ohne Druck.
Der Führerschein ist damit nicht vom Tisch, sondern nur vertagt. Und genau das ist es, was die Wollnys ausmacht: Zusammenhalt, Ehrlichkeit und die Erkenntnis, dass jeder Schritt im eigenen Tempo gegangen werden darf.








