Bin nicht freigesprochen“ – Moderator zwingt Gil Ofarim zu klaren Aussagen,,
Manche Fans meinen, Dschungelkönig Gil Ofarim sei von RTL bisher sanfter behandelt worden, als es angebracht sei. Nun hat Moderator Jan Köppen unerwartet hart nachgefragt.

Noch eine Show zum Dschungelcamp 2026 und noch einmal die gleichen Themen. Aber das Ende hatte es wirklich in sich. Zwei Wochen nach dem Finale der Show hat RTL nachgelegt. „Das Nachspiel“ nennt sich die Zusatzepisode, die mit allen Kandidaten des Jahres aufgezeichnet wurde.
Eine der Hauptpersonen war Gil Ofarim, der Sieger der diesjährigen Staffel. Der andere Protagonist war – und das kam eher unerwartet – Moderator Jan Köppen. Denn er hatte etwas mit dem neuen Dschungelkönig zu klären. Köppen war es offensichtlich ein Anliegen, ein paar klare Aussagen zu bekommen.
Das hätte eigentlich auch schon beim Wiedersehen am Tag nach dem Finale geschehen können. Doch zum Unmut mancher Zuschauer gab es damals keine Aufarbeitung von Ofarims Aussagen während der Sendung. Der Promi hatte sich die gesamte Zeit über geweigert, etwas über seinen erfundenen Antisemitismus-Skandal und den folgenden Prozess zu erzählen.
Dschungelcamp-Moderator fordert von Gil Ofarim klare Aussagen
Die Dschungelcamp-Moderatoren wurden öffentlich kritisiert, weil sie im Anschluss nichts davon aufgearbeitet hatten. Dabei konnten manche Äußerungen des Sängers den Eindruck erwecken, es gebe eine Wahrheit über den Prozess, die der Öffentlichkeit verborgen bliebe.
Nun gibt es also die zweite Chance. Ganz spät bei „Das Nachspiel“ kommt der Dschungelkönig persönlich zu Wort. Es wird keine entspannte Unterhaltung für ihn. Denn Köppen macht schnell deutlich, dass es ernst wird.
„Jetzt rede ich ganz kurz über mich, weil ich auch gerne etwas sagen möchte“, erklärt der Moderator. „Und das sage ich nur für mich, aus mir heraus, weil ich natürlich auch viel über Dinge nachgedacht habe und ich mich darüber ärgere, dass ich Dinge, die du im Camp gesagt hast, nicht richtiggestellt habe.“
Ofarim: „Ein unschuldiger, freier Mann“
Köppen stößt danach direkt zu einem heiklen Sachverhalt vor: „Dass du gesagt hast, du seist freigesprochen, was du nicht warst.“ Tatsächlich formuliert Ofarim nun mit sehr präziser Wortwahl. Er rückt seine eigene Aussage zurecht: „Ich bin nicht freigesprochen, das Verfahren wurde eingestellt. Juristisch gelte ich als ein unschuldiger, freier Mann.“
Köppen lässt nicht locker. Da gab es ja auch noch die Situation im Dschungelcamp, in der Ofarim sagte, er habe eine Verschwiegenheitserklärung abgegeben und könne deshalb über den ganzen Prozess nicht reden. Das war doch auch nicht richtig.

Erneut muss Ofarim seine Aussagen aus dem Dschungelcamp korrigieren, denn in Wahrheit war es eine Unterlassungserklärung. Das ist nicht das Gleiche. Der Sänger führt weiter aus: „Es gibt eine Abmachung, die habe ich unterschrieben. In der steht auch, dass man nicht darüber spricht, was verhandelt worden ist, warum es auch so gekommen ist und vor allem, wer wem was und wie viel zu überweisen hat. Das steht da drin – und darüber durfte ich nicht reden.“ Warum das ein kompletter Maulkorb für alle Aussagen über den Prozess sein soll, ist unklar.
Es gehe aber auch um Verantwortung und Macht, die eine Person in der Öffentlichkeit mit solchen Erzählungen hat, meint Köppen. Das Machtgefälle sei groß. Ofarim widerspricht sofort: „Macht habe ich hier absolut keine.“

In einigen Interviews nach dem Dschungelcamp musste Ofarim Fragen über seine Skandalgeschichte beantworten. Dabei erzählte er wenig Neues.
Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Rolf Vennenbernd
Köppen reagiert ebenso deutlich: „Doch, mit all dem, was du sagst.“ Was seine Co-Moderatorin Sonja Zietlow denkt, bleibt ein Geheimnis. Sie ist schweigende Zuschauerin des gesamten Austausches.
Das Problem im Dschungelcamp 2026
Gegen Ende bringt Mitcamperin Samira Yavuz einen wichtigen Teil des Problems auf den Punkt. „Wir gehen ins Reality-TV und irgendwie verkaufen wir uns ja auch. Wir erzählen über unser Leben“, beschreibt sie die Aufgabe von Dschungelcamp-Teilnehmern.
Doch bei Ofarim gab es nichts aus seinem Leben zu hören. „Wie können wir anti Gil sein, wenn wir nichts wissen? Aber wie können wir pro Gil sein, wenn wir nichts wissen?“ Eine Antwort darauf liefert auch dieses Nachspiel nicht.
RTL lädt die Zuschauer immer nach einer Folge Dschungelcamp zur Diskussion auf Instagram ein. Dort gibt es zu der Diskussionsrunde am Tag danach schon Tausende Kommentare. Immer wieder ist dort große Zustimmung zu Köppens Fragen zu sehen. „Jan spricht das an, was wir alle denken“, meint eine Person. An anderer Stelle heißt es: „Ich WUSSTE, dass das in Jan gebrodelt hat! Danke! Der Einzige mit Rückgrat dort!“
Es gibt aber auch ganz andere Stimmen. Gil Ofarim ist der richtige Dschungelkönig, meinen so einige Zuschauer. Und dass es wieder nur um das gleiche Thema ging, hat die Laune nicht gerade verbessert. So bleiben am Ende wohl doch wieder viele im Publikum unzufrieden mit dieser abschließenden Folge Dschungelcamp 2026.




