Harter Preiskampf um Lindenberg-Unikat: Händler beißt sich an Verkäufer die Zähne aus

Um ein Original-Gemälde von Udo Lindenberg entbrennt ein intensives Bietergefecht in der XXL-Abendshow von „Bares für Rares“. Doch am Verkäufer beißen sich die Händler zunächst die Zähne aus.

Schloss Drachenburg – Udo Lindenberg, Ikone der deutschen Musikgeschichte, ist nicht nur als Sänger, sondern auch als Schriftsteller und Maler bekannt. Ein ganz besonderes Exemplar des Rockmusikers, der in wenigen Wochen seinen 80. Geburtstag feiert, hat Thomas Dedeck aus Hamburg im Jahr 2017 auf einer Kreuzfahrt erworben. Und dieses möchte er nun in der XXL-Abendausgabe von „Bares für Rares“ auf Schloss Drachenburg verkaufen.

Besitzer Thomas Dedeck (Zweiter von links) weiß um den Wert seines Lindenberg-Unikats – und möchte es mit gutem Gewinn weiterverkaufen.
Besitzer Thomas Dedeck (Zweiter von links) weiß um den Wert seines Lindenberg-Unikats – und möchte es mit gutem Gewinn weiterverkaufen. © ZDF (Screenshot: Fuldaer Zeitung)

Es handelt sich um ein buntes Aquarell-Gemälde Lindenbergs – zu sehen sind zwei Personen an einer Bar, beide mit einem Vogel auf dem Kopf und der Unterschrift „Sie haben ja einen Vogel!“. Was das Kunstwerk zu etwas Außergewöhnlichem macht: Es handelt sich um ein Original, von dem nie Drucke angefertigt wurden. Zudem hat Lindenberg, der bei besagter Kreuzfahrt selbst an Bord war, es mit einer persönlichen Widmung und Autogramm versehen.

Harter Preiskampf um Udo-Lindenberg-Bild bei „Bares für Rares“

„Bares für Rares“-Experte Detlev Kümmel und Moderator Horst Lichter sind hin und weg von dem einzigartigen Kunstwerk. Und auch Besitzer Thomas Dedeck weiß, welche Rarität er da mitgebracht hat. Gezahlt habe er damals knapp 5000 Euro, berichtet er, und nennt dann selbstbewusst seinen Wunschpreis: „Ich weiß, dass für solche Bilder 20.000 bis 22.000 Euro gezahlt werden, ich wäre glücklich, wenn ich 17.000 bekommen würde.“

Kümmel stimmt dem uneingeschränkt zu, wenn seine Spanne auch etwas größer ist: 15.000 bis 20.000 Euro hält er für einen realistischen Preis. Zufrieden ziehen Thomas Dedeck sowie Kumpel und Namensvetter Thomas Geffers in Richtung Händlerraum davon.

Dort sitzen – wie bei XXL-Sendungen von „Bares für Rares“ üblich – nicht nur fünf, sondern sechs Händler. Unter ihnen die beiden Schmuck-Expertinnen Lisa Nüdling aus Fulda und Susanne Steiger, zudem der Thüringer Antiquitätenhändler Fabian Kahl und Benjamin Leo Leo aus Berlin. Ein klassisches „Bares für Rares“-Bietergefecht um das Udo-Lindenberg-Gemälde entwickelt sich aber zwischen Wolfgang Pauritsch und Daniel Meyer. Beide scheinen sich auf den ersten Blick in das Bild verliebt zu haben – oder wissen um einen potenziellen Käufer in ihrem Kundenstamm.

Pauritsch fragt nach dem ursprünglichen Kaufpreis und steigt dann in etwa mit diesem als Erstgebot ein: 5500 Euro. Beide Händler scheinen darauf zu hoffen, ein günstiges Schnäppchen machen zu können, denn sie überbieten sich lediglich in Hundert-Euro-Schritten.

Verkäufer bei „Bares für Rares“ bietet Händler die Stirn

Thomas Dedeck lässt sich darauf jedoch überhaupt nicht ein, verrät irgendwann die Expertise und verhandelt knallhart. Als Wolfgang Pauritsch beim Stand von 12.000 Euro nach einem möglichen Deal fragt, antwortet der Hamburger gelassen: „Ich würde sehr gerne an Sie verkaufen, aber am Preis müssen wir auf jeden Fall noch was machen.“

„Sie sind ein guter Kaufmann, darf ich fragen, was Sie beruflich machen?“, will Pauritsch daraufhin wissen. Und Dedeck antwortet: „Kaufmann“ – und hat damit die Lacher im Saal auf seiner Seite. Daniel Meyer bietet noch 13.000 Euro, ist dann aber raus: „Ich gebe keinen Cent mehr.“ Dedeck signalisiert, dass er damit nicht einverstanden ist.

Wolfgang Pauritsch möchte den Lindenberg unbedingt haben – muss aber hart verhandeln.
Wolfgang Pauritsch möchte den Lindenberg unbedingt haben – muss aber hart verhandeln. © ZDF (Screenshot: Fuldaer Zeitung)

Also macht Wolfgang Pauritsch ein letztes Angebot: „Ich mag das Bild wirklich sehr und biete deshalb noch 14.000 Euro.“ Doch Thomas Dedeck zeigt noch einmal sein Verhandlungsgeschick: „Die untere Expertise liegt bei 15.000 Euro, Ihre Schmerzgrenze bei 14.000 Euro, treffen wir uns in der Mitte.“ Und der „Bares für Rares“-Händler schlägt tatsächlich ein, das Udo-Lindenberg-Gemälde wechselt für rund das Dreifache des ursprünglichen Kaufpreises den Besitzer.

Im Hinausgehen klopft der zweite Thomas seinem Freund anerkennend auf die Schulter und der schnauft erleichtert durch: „Das war ein hartes Stück Arbeit, war gut.“

Harte Bietergefechte und hohe Verkaufspreise sind bei XXL-Ausgaben von „Bares für Rares“ übrigens keine Seltenheit: Einmal wechselte ein antiker Ring mit einem riesigen Diamanten für sage und schreibe 25.000 Euro den Besitzer – zur großen Überraschung der Verkäuferin.

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