Sternsaphir sorgt für leuchtende Augen bei „Bares für Rares“ – doch der Stein hat einen Fehler
Ein Mutter-Tochter-Gespann bringt einen opulenten Ring aus Gold, besetzt mit Diamanten und einem Sternsaphir. Um ein echtes Vermögen zu bringen, fehlt dem Edelstein allerdings eine wichtige Kleinigkeit.
Köln – Mutter Resi aus Unterfranken sowie Tochter Tatjana, die im hessischen Main-Kinzig-Kreis lebt, sorgen mit einem prachtvollen Cocktailring für Aufsehen bei „Bares für Rares“ im Pulheimer Walzwerk. Das Schmuckstück mit dem markanten blauen Stein im Zentrum, eingefasst von einem Kranz aus kleinen Diamanten, erinnert an den berühmten Verlobungsring der verstorbenen Lady Diana.

„Ich sag‘ auch immer, ich habe einen Ring wie Lady Di“, bestätigt die Besitzerin Resi. Abgeben will sie ihr Schmuckstück nun dennoch, denn seit 30 Jahren liege er ungetragen im Kästchen. Damals hat die Rentnerin aus dem Spessart den Ring von einer älteren Dame als Abschiedsgeschenk bekommen, um die sie sich vier Wochen lang gekümmert hatte. „Jetzt habe ich gedacht, ist es an der Zeit, dass er einen neuen Besitzer bekommt.“ Ein Grund, aus dem viele Schmuck-Besitzer den Weg zu „Bares für Rares“ finden. Manche werden dabei vom Wert ihres Besitzes völlig überrascht, andere dagegen erleben bittere Enttäuschungen.
Dämpfer bei „Bares für Rares“: Edelstein fehlt wichtiges Detail
So weit, so gut. Viel mehr als der Ring löst aber zunächst das Hobby der Unterfränkin eine Debatte am Expertentisch aus. Resi fährt nämlich in ihrer Freizeit gerne Roller. Moderator Horst Lichter – selbst passionierter Motorradfahrer und Oldtimer-Fan – hat sie damit im Sturm für sich eingenommen.
Skeptisch zeigt sich Schmuck-Fachfrau Heide Rezepa-Zabel: „Ganz ungefährlich ist das aber nicht.“ Ach was, reagiert darauf Lichter, man habe doch alles selbst in der Hand als Fahrer und überhaupt sei Rollerfahren beim heutigen Verkehr das Vernünftigste. Und Resi wirft ein: „Rollerfahren ist Freiheit.“ „Dich mag ich“, antwortet daraufhin Horst Lichter mit einem seligen Lächeln.
Dann widmet die Runde sich aber doch dem Ring auf dem Expertentisch. Die Fassung ist aus 585er Gold gefertigt – ein gewisser Erlös ist bei dem aktuell noch immer hohen Goldpreis also wohl sicher. Blickfang des Schmuckstücks ist ein großer blauer Stein im Zentrum des Rings, der eingefasst ist in einen doppelten Kranz aus kleinen Diamanten. Bei dem Stein handelt es sich um einen Sternsaphir, ein mittlerweile rarer und gefragter Stein, weil die Vorkommen erschöpft sind.
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Resis Stein hat allerdings einen kleinen Schönheitsfehler: Er ist zu perfekt. Das Blau sei sehr homogen, der sechsstrahlige Stern, der sich im Licht einer Taschenlampe zeigt, sehr exakt, urteilt Heide Rezepa-Zabel. Und das deute auf eine synthetische Herstellung des Steins hin, die sich in den 1960er Jahren etabliert habe. Kein echter Saphir also.
Erst Begeisterung, dann Enttäuschung über Sternsaphir
Zwar wird im „Bares für Rares“-Studio keine Zahl genannt, dass ein echter Saphir allerdings einen außergewöhnlich hohen Preis hätte erzielen können, wird spätestens im Händlerzimmer klar. Schmuck-Händlerin Lisa Nüdling aus Fulda beginnt gleich zu strahlen, als das Mutter-Tochter-Gespann ihre Vermutung – „ein Sternsaphir?“ – bestätigt. Daniel Meyer äußert sich ebenso begeistert über die Seltenheit solcher Steine. „Bares für Rares“-Urgestein Wolfgang Pauritsch sorgt dann für den Dämpfer: „Wenn der Stein nicht synthetisch ist …“
Womit er natürlich goldrichtig liegt. Die Enttäuschung scheint durch den TV-Bildschirm greifbar. Dennoch ist das Interesse an dem Schmuck, der wohl in den 1960er Jahren gefertigt wurde, weiterhin groß. Gold und Diamanten sind immerhin echt, der Goldwert allein liegt bereits bei 280 Euro. Der Österreicher Pauritsch weiß dies sehr gut und steigt mit 250 Euro in die Gebote ein.

Er hat allerdings reichlich Konkurrenz durch Lisa Nüdling, David Suppes sowie Daniel Meyer. Schnell schießen die Gebote in die Höhe, die Expertise von 500 bis 600 Euro ist bald erreicht und überboten. Den Zuschlag erhält schließlich Lisa Nüdling bei 750 Euro, der Ring geht also nach Fulda.
Und Mutter Resi und Tochter Tatjana? Die sind rundum glücklich, hatten sie doch einen Wunschpreis von lediglich 300 Euro angegeben. Der Erlös liegt um das zweieinhalbfache darüber. Investiert wird das Geld übrigens in richtige Schutzkleidung für Mutter Resi auf ihrem Roller – was die bringen kann, hat kürzlich ein ungewöhnlicher Motorrad-Unfall in der Rhön gezeigt.












