Familienerbstück sorgt bei „Bares für Rares“ für Überraschung – „Mit Geld nicht zu bemessen“

Welver – Besonders der goldgefasste, tiefrot leuchtende Granat fällt ins Auge. In abgerundeter Form erinnert er leicht an die Kerne eines Granatapfels. „Der sieht so ein bisschen aus, wenn das Licht drauffällt, als würde er von innen leuchten oder glühen. Der hat so was Lebendiges.“ Wendela Horz ist beim ZDF-Format „Bares für Rares“ gefragt, wenn der Wert von Schmuck ermittelt werden soll. Im Inneren des Rings findet sich eine Gravur, die seine Geschichte prägt und in goldener Schrift an „Elizabeth Winter“, gestorben am 30. August 1842 im Alter von 69 Jahren, erinnert.

Ein Gedenkring aus Welver sorgte bei „Bares für Rares“ für emotionalen Gesprächsstoff bei von links: Die Verkäuferinnen Anna und Liza Luck, Horst Lichter und Wendela Horz in der Sendung „Bares für Rares“.
Ein Gedenkring aus Welver sorgte bei „Bares für Rares“ für emotionalen Gesprächsstoff bei von links: Anna und Liza Luck, Horst Lichter und Wendela Horz in der Sendung „Bares für Rares“. © ZDF/Warner

Die Schmuckexpertin geht davon aus, dass der Ring eigens zu diesem Anlass angefertigt wurde. Gleichzeitig gab sie einen Einblick in die Entstehung solcher Schmuckstücke im 19. Jahrhundert: Gedruckte Kataloge habe es 1842 noch nicht gegeben. Stattdessen arbeiteten Goldschmiede mit Musterblättern oder Musterbüchern, in denen Entwürfe und beliebte Designs festgehalten wurden.

Familienerbstück bei „Bares für Rares“ im Fokus

Diese Vorlagen seien den Kunden gezeigt worden, die anschließend Form und Gestaltung auswählen konnten. „Ich würde es nicht Trauerring nennen, sondern eher Gedenkring“, fuhr die Goldschmiedin mit ihrer Einordnung des in 18 Karat Gold gefertigten englischen Erinnerungsstücks fort.

Auch die Bedeutung solcher Ringe sei damals eine andere gewesen als heute. Gerade rund um Beerdigungen seien Erinnerungsstücke häufig an enge Freunde oder Familienmitglieder weitergegeben worden, „damit das Andenken an die Verstorbene weitergetragen wird. Das ist eine schöne Sache, finde ich.“

Zu „Bares für Rares“ gebracht wurde der Ring von Liza und ihrer Schwiegermutter Anna Luck aus Welver. Die Hoffnung: Mit dem besonderen Familienerbstück und dem auffälligen Granat vielleicht auch bei den Händlern die Augen zum Leuchten zu bringen.

Habe damit nichts zu tun": Horst Lichter bei "Bares für Rares" völlig  verblüfft - DerWesten.de

Englische Wurzeln bei „Bares für Rares“ Thema

Woher der Ring stammt, will Moderator Horst Lichter wissen. Liza Luck erzählt, dass das Schmuckstück über Generationen in der Familie geblieben sei. Ihr Opa habe den Ring zunächst ihrer Mutter überlassen, später sei er an sie weitergegeben worden. „Der wurde immer in der Familie weitergegeben“, sagt sie.

Wendela Horz

Auch die familiären Wurzeln führen wohl nach England. Ihr Vater stammt aus der Nähe von Essex. Ein Ahnenforscher habe die Familiengeschichte laut ihrer Erzählung sogar bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen können. Der Name „Winter“ sei dabei offenbar bereits aufgetaucht. „Das scheint eine Ahnin zu sein“, brachte Horz an.

Ganz makellos ist der Ring nicht mehr, er zeigt sichtbare Spuren seiner langen Geschichte. Die Expertin beschreibt den Zustand als „noch gut“ – weist aber auf kleinere Schäden in der schwarzen Emaille hin.

Wunschpreis bei „Bares für Rares“ deutlich verfehlt

Bei der Wertschätzung liegen Wunsch und Realität allerdings auseinander. Zwischen 4500 und 5000 Euro hatten sich die beiden aus Welver erhofft. Horz ordnet den materiellen Wert jedoch deutlich niedriger ein: aufgrund des geringen Goldgewichts von unter drei Gramm bei etwa 400 bis 500 Euro.

„Der ideelle Wert, gerade in der Familie, in die er gehört, der ist mit Geld nicht zu bemessen“, brachte Horz es schließlich auf den Punkt. Auch, weil das Herz an dem Schmuckstück hängt und Liza Luck den Ring vielleicht eines Tages an ihre eigenen Kinder weitergeben möchte. Am Ende entscheiden sich die Welveraner gegen einen Verkauf. Der Ring geht wieder mit zurück nach Hause – und eines Tages vielleicht weiter in die nächste Generation.

Ein niedliches Spielzeug legte ein Ehepaar aus Welver im Handelsraum der TV-Show „Bares für Rares“ (ZDF) auf den Tisch. Ihr Wunschpreis lag bei 100 Euro.

 

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