Horst Lichter ist baff: “Wow, ich hätte nicht gedacht, dass der so teuer ist!”

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Sommerhitze im “Bares für Rares”-Studio! Allerdings nicht nur wegen der Ausleuchtung, sondern aufgrund des Motives eines Gemäldes. “Oh, das ist aber schön warm, da sucht man den Schatten!”, lautet der erste Eindruck von Horst Lichter. Er findet das Bild “schön”.
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“Eine Prozession, schwer gläubig die ganze Gegend”, denkt Detektiv Lichter laut. “Spanien oder Italien könnte es sein, vielleicht eine Insel, ich weiß es nicht, ist auch egal”, entscheidet der Moderator. Interessanter findet er erst mal seine Gäste: “Ihr seid verwandt?”
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Sabine und Brigitte aus München stellen sich als Geschwister vor. Das Gemälde gehörte zunächst dem Großvater, dann der Mutter und nun ihnen. Dass sie mit dem Bild zu “Bares für Rares” gehen, war der Wunsch der mittlerweile verstorbenen Mutter.
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“Dann guckt sie jetzt zu, davon bin ich ganz fest überzeugt”, erklärt Horst Lichter. Er selbst guckt auch ganz genau. Allerdings auf einen Makel des Mitbringsels: “Ist das am Glas oder ein Fleck am Bild, was ist das?”, fragt er seinen Experten.
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Galerist Colmar Schulte-Goltz deklariert den Fund als “große Beschädigung”. Es fehle “eine ganze Menge von der Malereischicht und von der Untermalung, das ist recht schade”. Die gute Nachricht: “Es lässt sich restaurieren.”
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Während der Moderator im Dunklen tappte, wo die Szenerie zu verorten ist, schaut der Experte genauer hin: Oben im Bild thront “die Alhambra von Granada. Wir sind also in Spanien”. Doch das imposante Bauwerk ist nur Kulisse für das eigentliche Motiv …
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“Die Spanier sind so tiefgläubig, dass sie große, schwere Figuren durch die Gegend tragen”, referiert Colmar Schulte-Goltz. Natürlich nicht dauernd, sondern zwischen Palmsonntag und Ostersonntag. Es handelt sich also um eine Osterprozession.
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Signiert ist das Bild mit John Gleich. Der Vorname wird allerdings nicht englisch ausgesprochen, sondern deutsch, denn der Künstler stammte aus Berlin. Seine Reisen führten den Händler auch nach Spanien, wo er Motive fand. “Ein Autodidakt?”, erkennt Lichter korrekt.
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Interessant: Der Rahmen stammt aus dem 19. Jahrhundert und ist älter als das Bild. Letzteres schätzt der Experte auf zirka 1910. Der Wunschpreis 2.800 Euro. Schätzpreis: 2.400 bis 2.800. “Wow, ich hätte nicht gedacht, dass der so teuer ist”, ist Horst Lichter erstaunt.
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“Wir haben unten rechts eine Signatur: John Gleich, der Name sagt mir so jetzt erst mal nichts”, erklärt Julian Schmitz-Avila. Überrascht bemerkt er den Kollegen auf der anderen Seite der Leinwand: “Ach Friedrich, du bist ja auch da.” Es klingt wie ein Vorwurf …
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“Ist das schlimm?”, hakt Friedrich Häusser nach. “In dem Fall können wir uns vorher freundschaftlich die Hände reichen”, gibt sich Schmitz-Avila diplomatisch. Auftritt der beiden Schwestern …
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“Es ist was Spanisches, oder? Wo sind wir denn hier?”, will Wolfgang Pauritsch von Sabine und Brigitte wissen. “Spanien, Grenada”, glaubt Sabine sich zu erinnern. “Granada”, korrigiert Wolfgang Pauritsch.
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“Ist das eine Osterprozession?”, erkundigt sich Susanne Steiger. Die Schwestern bejahen dies. Schmitz-Avila wiederholt den Names des Künstlers, spricht den Vornamen allerdings erneut fälschlich englisch aus. Friedrich Häusser vermutet, dass dieser in Spanien lebte.
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Beides falsch. “Nein, das ist ein deutscher Maler”, klärt Sabine auf. Susanne Steiger findet den Rahmen schön und Sabine berichtet stolz, dass dieser älter als das Bild sei. “Es ist eine wunderbare Stimmung, wir sind alle sichtlich begeistert”, sagt Pauritsch.
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Pauritsch startet mit 800 Euro. Julian Schmitz-Avila pfeift leise beeindruckt. Sarah Schreiber steigt ebenfalls ein – mit 1.000 Euro. Es kommt zum Duell zwischen den beiden. Von den anderen Händlern gibt es keine Gebote.
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Als Schreiber die 1.800-Euro-Marke erreicht, fragt Pauritsch die Schwestern: “Das sind keine schlechten Gebote, oder?” Brigitte nennt den Schätzpreis von 2.400 bis 2.800 Euro. “Ich möchte als Granate für Granada noch 1.900 sagen”, kalauert Pauritsch.
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“Und ich catch a grenade – 2.000”, beschließt Sarah Schreiber. Deal. Als sie die Scheine zählt, irrt sie sich. “Einer zu wenig”, hilft Pauritsch. Die Schwestern sind “vollkommen zufrieden”. Pauritsch erklärt: “Ich habe jetzt Urlaubsstimmung, ich will auch in den Süden.”
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Ein Füllfederhalter in XXL-Format? Schreiben kann man damit nicht: Es handelt sich um eine Werbeleuchte der Marke Pelikan. Ein Überbleibsel aus dem ehemaligen Schreibwarengeschäft von Gabriele und Axel. Wunschpreis: 600 Euro.
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Sven Deutschmanek bremst auf maximal 500. Wolfgang Pauritsch macht im Händlerraum das höchste Gebot: 300 Euro. Zu wenig – Gabriele und Axel nehmen ihre Lampe wieder mit “Vielleicht haben wir jetzt einen Fehler gemacht”, sinniert Pauritsch danach.
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Güler und ihre Tochter Aylin haben eine Rolex im Angebot. Allerdings keine Uhr, sondern einen Parfümflakon der Marke. Dumm nur: Das Parfüm ist nicht mehr darin. “In der Originalverpackung werden die teilweise bis 3.000 Euro angeboten”, weiß Sven Deutschmanek.
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Der Wunschpreis von bis 200 Euro ist dennoch zu pessimistisch. Sven Deutschmanek erhöht auf 400 bis 500 Euro. Wolfgang Pauritsch bezahlt immerhin 300 Euro.

 

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