„Armes Deutschland“ Bürgergeld-Empfänger provoziert: “Arbeite seit 6 Jahren nicht – Geld reicht!”
„Armes Deutschland“: Bürgergeldempfänger Jerome gesteht Stillstand – Anzeige wegen Waffe sorgt für Aufsehen
Der Fall eines jungen Mannes aus Hamm sorgt in der RTLZWEI-Dokumentation „Armes Deutschland“ erneut für Diskussionen. Jerome (25) lebt seit sechs Jahren von Bürgergeld, ohne feste Arbeit, und spricht offen über seine Perspektivlosigkeit. Doch was als ehrliches Porträt eines jungen Mannes in schwierigen Verhältnissen beginnt, entwickelt sich schnell zu einer Geschichte über Verantwortung, Gewalt und Selbsttäuschung.
„Ich kriege meinen Hintern nicht hoch“
Schon zu Beginn der Episode wird deutlich, dass Jerome sich seiner Situation durchaus bewusst ist. „Ich schaffe es einfach nicht, mich aufzuraffen. Ich kriege meinen Hintern nicht hoch“, sagt er unverblümt vor laufender Kamera. Seine Worte wirken resigniert, fast gleichgültig – als hätte er längst akzeptiert, dass sich in seinem Leben nichts mehr ändern wird.

Seit sechs Jahren hat Jerome keine reguläre Beschäftigung. Stattdessen lebt er von Bürgergeld und teilt sich eine kleine Wohnung mit seiner Ex-Freundin Michelle, die ebenfalls Leistungen vom Jobcenter bezieht. Zusammen erhalten sie rund 902 Euro im Monat – ein Betrag, der nach eigenen Angaben kaum für das Nötigste reicht. „Nach ein paar Tagen ist das Geld weg“, sagt Michelle.
Anzeige wegen Waffendrohung
Doch nicht nur finanzielle Sorgen überschatten ihren Alltag. Zwischen den beiden herrscht eine angespannte Stimmung. Michelle wirft Jerome vor, sie mit einer Waffe bedroht zu haben. Laut der Doku erstattete sie Anzeige, woraufhin sich nun auch die Staatsanwaltschaft mit dem Fall befasst.
Der Verdacht wiegt schwer, denn Jerome saß bereits wegen illegalen Waffenbesitzes im Gefängnis. Trotzdem gibt er sich gelassen: „Die Anzeige wurde zurückgezogen. Ich erwarte keine großen Konsequenzen.“ Ob die Ermittlungen tatsächlich eingestellt werden oder weitere Schritte folgen, bleibt offen.
Ein Leben im Stillstand
Der Fall zeigt, wie verfestigt Jeromes Lebensumstände mittlerweile sind. Weder Arbeit noch Ausbildung, dafür Konflikte, Abhängigkeit vom Staat und persönliche Krisen – ein Teufelskreis, aus dem er offenbar keinen Ausweg findet.
Für viele Zuschauer ist Jeromes Auftreten schwer nachvollziehbar. In den sozialen Netzwerken wird hitzig diskutiert: Zwischen Mitgefühl und Unverständnis schwanken die Reaktionen. „Er weiß, dass er etwas ändern muss, aber tut nichts“, kommentiert ein Zuschauer. Andere kritisieren, dass Jerome kaum Eigeninitiative zeigt, obwohl er gesund und arbeitsfähig ist.
Spiegel einer gesellschaftlichen Debatte
Jeromes Geschichte steht exemplarisch für die Grundsatzdiskussion über das Bürgergeld-System in Deutschland: Wie viel Unterstützung ist gerechtfertigt – und wann wird Hilfe zur Bequemlichkeit?
Bundeskanzler Friedrich Merz hatte zuletzt angekündigt, die Mitwirkungspflichten für Bürgergeldempfänger zu verschärfen. Fälle wie der von Jerome liefern dabei politische Munition. Während die einen mehr Kontrolle und Sanktionen fordern, warnen andere vor Pauschalurteilen über Menschen in Armut.
Ein Leben zwischen Abhängigkeit und Ausreden
Ob Jerome den Weg aus seiner Situation findet, ist fraglich. Die RTLZWEI-Doku zeigt einen jungen Mann, der sich im Kreis dreht – gefangen zwischen Selbstmitleid, schlechten Entscheidungen und einer gefährlichen Gleichgültigkeit.
Seine Geschichte endet vorerst ohne Lösung. Nur eines wird deutlich: Der Stillstand, in dem Jerome lebt, ist längst nicht nur finanzieller Natur – er ist ein Spiegel innerer Leere, die keine staatliche Unterstützung ausgleichen kann.








