„Bares für Rares“ heute: Etui-Verkäufer macht den Deal seines Lebens..
Bares für Rares“ ist seit Jahren eine echte Institution im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Horst Lichter (64) führt hier regelmäßig durch skurrile, faszinierende und manchmal auch fragwürdige Raritäten. In der heutigen Ausgabe gibt es wieder jede Menge denkwürdiger Fundstücke mit spannenden Herkunftsgeschichten.
BILD stellt Ihnen im Folgenden das Highlight der Folge vor und zeigt außerdem, welche weiteren Raritäten am Freitag, dem 27. Februar 2026, versteigert werden.
Das ist das Highlight der Folge von heute
Marco aus Bad Soden-Salmünster, technischer Angestellter mit scheinbar ausgezeichnetem Gespür für Schnäppchen, brachte ein auf den ersten Blick unscheinbares Zigaretten-Etui mit ins Pulheimer Walzwerk. Entdeckt hatte er das kleine Schmuckstück bei einer Haushaltsauflösung. Obwohl er weder raucht noch eine besondere Beziehung zu Pferden hat, zog ihn das elegante Döschen sofort an, und er beschloss, es für einen schmalen Taler vor der Tonne zu bewahren. Kaufpreis: gerade einmal fünf Euro. Ein wahrer Glücksgriff, wie sich heute bei „Bares für Rares“ herausstellen sollte.
Das Etui entpuppte sich als edel gearbeitetes Kunstwerk. Gefertigt aus hochwertigem 935er-Silber und innen vergoldet, zeigt es auf der Außenseite ein detailreiches Porträt eines Englischen Vollbluts in klassischer Conformation-Pose. Jede Muskelpartie ist im Detail zu erkennen, sogar der Glanz des Fells ist sichtbar dargestellt. Möglich macht das die filigrane und äußerst aufwendige Emaille-Malerei: In mehreren Schichten eingebrannt, verleiht sie dem Motiv Tiefe und sorgt dafür, dass die Farben über Jahrzehnte hinweg strahlen, ohne zu verblassen.
Schmuckexpertin Dr. Heide Rezepa-Zabel (60) erkannte die Herkunft des edlen Silberetuis: Es handelt sich um ein Stück der renommierten Silberwarenmanufaktur „Louis Kuppenheim“ aus Pforzheim. Das 1854 gegründete Unternehmen galt in den 1920er- und 1930er-Jahren als weltweit führend in der Emaille-Kunst. Auch das Etui stammt aus dieser Zeit und gilt daher als begehrt.
Expertin Dr. Heide Rezepa-Zabel (60) staunte nicht schlecht, als Marco seinen Einkaufspreis für das Etui verriet
Von seinem kleinen Fundschatz wollte sich Marco nur trennen, wenn am Ende 250 bis 300 Euro für ihn herausspringen würden. Eine Erwartung, die die Expertin nicht nur bestätigen, sondern sogar übertreffen konnte: Trotz eines kleinen Schadens am Scharnier und eines reinen Materialwerts von rund 130 Euro schätzte sie den Marktwert des Stücks auf 600 bis 800 Euro. Eine erstaunliche Summe für einen Fünf-Euro-Fund.
Das Etui sorgte für große Augen im Händlerraum: Vor allem der Name der Manufaktur, „Louis Kuppenheim“, ließ das Interesse der Händler schlagartig steigen. Es entwickelte sich ein spannendes Bieterduell, in dem ein Gebot das nächste jagte. Aus 100 Euro wurden binnen weniger Sekunden 300 Euro. Das letzte Gebot gab Händler David Suppes (37) mit 400 Euro ab, das noch recht weg vom untersten Schätzpreis der Expertise war.
Am Ende einigten sich Marco und David auf 440 Euro, ein Preis unterhalb der Expertise, aber oberhalb von Marcos Wunschvorstellung und vor allem weit über den fünf Euro, die er einst für das Etui bezahlt hatte. Unterm Strich steht für Marco ein Gewinn von 435 Euro zu Buche, der sich mehr als sehen lassen kann. Entsprechend zufrieden trat der technische Angestellte den Heimweg an.
Alle weiteren Raritäten vom 27. Februar 2026
Hier eine Übersicht der weiteren Raritäten von heute und was die Einschätzung des Expertenteams von „Bares für Rares“ dazu ist:
Goldring mit Edelsteinen und Zuchtperle: Cornelia und Robin aus Mittelhof und Bonn brachten einen Ring aus 585er-Gold mit zu „Bares für Rares“, der nach 30 Jahren im Kleiderschrank wiederentdeckt wurde. Der Kabinettring aus den 1950er-Jahren ist mit Turmalin, Amethyst, einem orangefarbenen Stein und einer Akoya-Zuchtperle besetzt und steht für den opulenten Schmuckstil der Nachkriegszeit. Expertin Dr. Heide Rezepa-Zabel sah den Wert des Schmuckstücks bei rund 900 Euro.
Sechsflammiger Bronze-Kerzenleuchter: Dirk und Mathias aus Bonn präsentierten Horst Lichter und Dr. Bianca Berding (49) einen massiven Bronzeleuchter der Metallwerkstatt „Harjes“, den Dirk geschenkt bekam. Das Stück aus den 1960er- bis 1970er-Jahren stammt aus dem Gürtlerhandwerk und überzeugt durch sein sachliches, reduziertes Design, das bis heute zeitlos wirkt. Die Expertin taxierte den Wert des Leuchters auf 200 bis 350 Euro.
Historischer Küferhobel aus Kirschbaumholz: Jürgen und Klaus aus Wuppertal brachten einen rund 50 Kilogramm schweren Küferhobel mit nach Köln, der bereits über 100 Jahre alt ist. Das Werkzeug aus Kirschbaumholz wurde einst in der Fassmacherei und im Bootsbau eingesetzt und vor dem Schrott gerettet, wodurch ein eindrucksvolles Stück Handwerksgeschichte erhalten blieb. Experte Sven Deutschmanek (49) schätzte den Marktwert auf 200 bis 300 Euro.
Porzellanfigur „Biedermeier-Dame“: Andrea und Doris aus Dinslaken stellten bei „Bares für Rares“ eine Porzellanfigur vor, die Andrea geerbt hat. Der Entwurf von Erna Rosenberg-Nonnenmacher (†91) aus dem Jahr 1918 wurde zwischen 1926 und 1945 von Heubach gefertigt und spiegelt die Sehnsucht nach Ruhe und Häuslichkeit in bewegten Zeiten wider. Dr. Bianca Berding bezifferte den Wert auf 150 bis 200 Euro.
Emaille-Schild „Mitglied der Elektro-Gemeinschaft“: Wolfgang aus Köln entdeckte das Emaille-Schild aus den 1930er-Jahren in seinem neu gekauften Haus. Das Schild von Fritz Julian diente Elektro-Installateuren als Gütesiegel und Zeichen fachlicher Seriosität und gilt heute als begehrter Zeitzeuge der frühen Elektrifizierung. Sven Deutschmanek bewertete das Schild mit 300 bis 400 Euro.








