“Bares für Rares”-Objekt bei Horst Lichter: “Großes Stück Zeitgeschichte”
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“Tolle Geschichte”: Ronald aus Berlin will sich bei “Bares für Rares” von alten Sachen trennen. Dazu zählt seine Identitätsbescheinigung als politischer Häftling – samt prominentem Autogramm.

Ein “großes Stück Zeitgeschichte” sorgt in der Mittwochsausgabe der ZDF-Trödelshow “Bares für Rares” bei Horst Lichter für Gänsehautmomente. Denn die Identitätsbescheinigung aus der DDR erzählt nicht nur Ronalds Stasi-Inhaftierung, sondern zeigt zudem das Autogramm einer Musik-Ikone …
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Als Horst Lichter bemerkt, dass das Dokument so etwas wie ein persönlicher Ausweis des Verkäufers ist, hakt er irritiert nach: “Warum willst du das überhaupt verkaufen?” Ronald aus Berlin antwortet darauf: “Das ist eine lange Geschichte.” Lichter reißt erstaunt die Augen auf und entgegnet neugierig: “Erzähl, ich habe Zeit.”
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“In den letzten Monaten der DDR habe ich mich stark gegen das Regime gestellt und habe vor dem Komitee für Menschenrechte in Berlin demonstriert”, erinnert sich Ronald an die turbulente Zeit 1988. Die Stasi habe ihn daraufhin von der Straße weg direkt inhaftiert. “Sieben Monate in Stasi-Haft”, schnauft der Verkäufer.
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“Damit haben wir damals nicht gerechnet”, erzählt Ronald weiter. “Oh Mann”, schüttelt auch Lichter den Kopf und fragt: “Wurdest du danach ausgewiesen?” Das will auch Sven Deutschmanek unbedingt wissen. Und Roland nickt. Im Juli 1988 ist er direkt aus der Haft in Chemnitz “zur Übersiedlung nach der BRD” ausgewiesen worden – zeigt auch das Dokument.
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“Was besseres konnte dir eigentlich gar nicht passieren”, kommentiert Deutschmanek die Geschichte zur Ausreise aus der DDR. “Spannend”, flüstert Lichter immer noch tief beeindruckt, will aber jetzt wissen, was es mit dem Autogramm vorne auf dem Dokument auf sich hat. “Da krieg’ ich jetzt noch Gänsehaut”, fängt Roland an zu erzählen.
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Er habe das Glück gehabt, nach seiner Entlassung über ein Aufnahmelager in Gießen nach Frankfurt zu gelangen und von dort wieder zurück nach Berlin zu fliegen. Und dort, am Flughafen, “wen haben wir da gesehen? Tina Turner!”, erzählt der Verkäufer. “Mit meinen paar Brocken Englisch habe ich nach einem Autogramm gefragt.”
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“Das ist ein großes Stück Zeitgeschichte”, freut sich Lichter und begutachtet Rolands Identitätsbescheinigung samt Autogramm der Sängerin. Er muss aber noch mal fragen: “Warum willst du das jetzt weggeben?” Roland neigt den Kopf zur Seite und überlegt: “Ist sicherlich eine schöne Geschichte, aber man muss sich auch von seinen alten Sachen trennen.”
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“Da hast du auch wieder recht”, stimmt Lichter zu. Jedenfalls wünscht sich Roland 200 bis 300 Euro für seine von der “Jahrhundert-Musikerin” Tina Turner unterzeichnete Identitätsbescheinigung. Dem Wunschpreis kann auch Deutschmanek nur zustimmen: “Das ist außergewöhnlich und 200 bis 300 Euro wert.”
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Auch die Händler finden Rolands einmaliges Autogramm samt seiner Biografie als politischer Häftling 1988 in der DDR sehr spannend. David Suppes findet das ein “schönes Zeitzeugnis und eine tolle Geschichte”. Doch Jos van Katwijk fragt den Verkäufer genauso wie Horst Lichter: “Warum verkaufen Sie das?”
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Roland erklärt: “Ich habe genug Erinnerungen an diese bewegte Zeit.” Das kann Nüdling nachvollziehen. Zudem “gibt es so viele Riesen-Tina-Turner-Fans – jetzt, wo sie nicht mehr unter uns ist, sogar noch mehr”, unterstützt die Händlerin Rolands Intention, sich von seinem Zeitdokument zu trennen.
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Walter Lehnertz bietet als Erster 80 Euro. Julian Schmitz-Avila erhöht auf 100 Euro und Lehnertz schiebt mit 120 Euro den Preis noch ein wenig nach oben. Doch dann scheint das Ende der Gebote erreicht zu sein. Der Verkäufer verzieht das Gesicht. Das ist ihm doch zu wenig für sein Stück DDR-Zeitgeschichte.
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Schmitz-Avila bietet noch 150 Euro. Doch danach ist wirklich Schluss und Lehnertz meint: “Jetzt bin ich raus.” Roland fragt nach “noch ein bisschen mehr?” Und Höchstbietender Schmitz-Avila gibt sich einen Ruck: “Ehrfürchtig gebe ich Ihnen glatt 200.” Damit ist der Verkäufer einverstanden und erteilt den Zuschlag.
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Als weiteres Objekt der Sendung bringen Sabrina und Nina aus Much und Olpe ein Salz- und Pfefferstreuer-Set mit, das die Verkäuferinnen stark an Space-Age-Design erinnert. Ursprünglich stammen die Haushaltshelfer aus dem Nachlass einer Freundin. Sven Deutschmanek kennt auch die bekannte Marke dahinter: Quist.
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Für die beiden Stücke aus den 1960er- bis 1970er-Jahren – im Top-Erhaltungszustand – wünschen sich die beiden Freundinnen 60 bis 80 Euro. Der Experte taxiert 40 bis 60 Euro. Im Händlerraum zahlt David Suppes 50 Euro für die Retro-Streuer.
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Eva aus Bad Hönningen will im Auftrag einer Bekannten antike Ohrhänger verkaufen. Der Erlös soll dem Katzenverein zugutekommen, für den die Verkäuferin seit 40 Jahren ehrenamtlich tätig ist. Heide Rezepa-Zabel datiert den 625er Goldschmuck aus England in den 1870er-Jahren.
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Der Wunschpreis liegt bei 520 Euro – dem aktuellen Goldwert. Doch die Expertin taxiert höher, denn “Ohrhänger aus der Zeit sind selten”. Ihr Schätzwert liegt demnach bei 750 bis 900 Euro.
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Im Händlerraum ist vor allem Elisabeth Nüdling total begeistert und fragt: “Darf ich die Ohrhänger gleich anziehen? Das ist ja wie ein Sechser mit Zusatzzahl.” Letztlich zahlt sie 700 Euro für die antiken Ohrhänger mit Halbperlen.
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Gernot aus Eitorf will eine Bronzestatuette verkaufen, die seine Ehefrau von der Familie geerbt hat. Laut Bianca Berding stammt das Werk im Entwurf um 1890 von dem französischen Bildhauer Henri Levasseur und ist Anfang des 20. Jahrhunderts in Paris gegossen worden. Der Verkäufer wünscht sich 800 Euro. Berding schätzt 2.000 bis 2.500 Euro.
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Auch im Händlerraum sorgt die “monumentale” Figurengruppe mit dem Titel “Gloire au travail” für Aufsehen. Walter Lehnertz startet mit 600 Euro. Doch danach folgen noch einige Gebote. Am Ende zahlt David Suppes 1.800 Euro für die Schutzpatronin der Arbeit und schnauft: “Wow, die macht was her.”
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Ingrid und Stephan aus Bad Segeberg wollen ein Armband aus dem Familienbesitz verkaufen, das Heide Rezepa-Zabel ins 19. Jahrhundert datiert. Der Schmuck ist aus “hauchdünn gewalztem 585er Goldblech” wohl zwischen 1845 und 1855 gefertigt.
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Der Wunschpreis liegt bei 150 Euro. Doch die Expertin nennt bereits einen Goldwert von 1.300 Euro. Insgesamt schätzt sie den Wert auf 1.300 bis 1.600 Euro für das seltene Stück aus der Biedermeierzeit. Letztlich zahlt David Suppes 1.300 Euro.
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