„Bergdoktor“ Hans Sigl kämpft in ZDF-Thriller gegen Deep Fakes

Bergdoktor“ Hans Sigl kämpft in ZDF-Thriller gegen Deep Fakes

Hans Sigl als Menschenrechtsaktivist im ZDF-Thriller „Flucht aus Lissabon“
Hans Sigl als Menschenrechtsaktivist Tom Fährmann im ZDF-Thriller „Flucht aus Lissabon“. An seiner Seite spielt Hana Sofia Lopes als Informatikerin Sophia Moreno 

© ARMANDA CLARO / ZDF

Millionen Zuschauer kennen Hans Sigl als „Der Bergdoktor“. Jetzt wiederholt das ZDF einen Thriller, in dem der 56-Jährige eine andere Seite von sich zeigt.

Seit 17 Jahren praktiziert Hans Sigl als „Der Bergdoktor“ Martin Gruber im ZDF – kompetent, einfühlsam, immer bereit, sich über das Fachliche hinaus um andere zu kümmern. Sein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn bringt ihn bisweilen in Schwierigkeiten, hält ihn aber nicht davon ab, für das Richtige zu kämpfen. In dieser Rolle gefällt Hans Sigl nicht nur seinem Publikum, sondern offensichtlich auch sich selbst gut.

So gut, dass er sie gelegentlich in anderen Formaten variiert. So mutierte Sigl 2019 und 2022 in den ZDF-Filmen „Flucht durchs Höllental“ und „Der Feind meines Feindes“ vom Anwalt zum Actionhelden. 7,08 respektive 6,1 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten seinen Kampf gegen die Mafia. Vergangenes Jahr legten er und Produzent Hans-Hinrich Koch einen weiteren TV-Thriller nach. „Flucht aus Lissabon“ (Regie: Steffi Doehlemann) sahen bei der Erstausstrahlung 5,83 Millionen Menschen. Der Film, der keine Fortsetzung der beiden Vorgänger ist, wird nun im ZDF wiederholt.

Der Kampf gilt dieses Mal unter anderem Fake News und der Wahlmanipulation durch Künstliche Intelligenz – ein bisschen kommt „Flucht aus Lissabon“ also wie ein öffentlich-rechtlicher Kommentar zur Weltpolitik daher.

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Hans Sigl: „Bergdoktor“-Star kämpft in ZDF-Thriller gegen Deep Fakes |  STERN.de

Wahlmanipulation in einem autoritären Staat

Hans Sigl spielt Tom Fährmann, einen Menschenrechtsaktivisten, Fluchthelfer und ehemaligen Anwalt. Seit einer aus dem Ruder gelaufenen Aktion lebt er unter einem Decknamen in London. Seine Ex-Freundin Alexandra (Nadja Becker) vom BKA bietet ihm Zeugenschutz in Deutschland an. Tom möchte lieber nach Kanada auswandern und die Vergangenheit hinter sich lassen.

Doch es kommt anders. Alexandra soll in Lissabon die Informantin Sophia Moreno (Hana Sofia Lopes) in Sicherheit bringen. Doch es gibt offenbar einen Maulwurf bei der Polizei – sie werden angegriffen. Alexandra wird schwer verletzt, Sophia kann zwar entkommen, doch ihr Sohn Noa (Santiago André) gerät in die Hände der Angreifer, was sie erpressbar macht. Da sie der Polizei nicht mehr trauen kann, taucht sie unter. Iris Martenstein (Marion Kracht) vom BKA bittet Tom, Sophia aufzuspüren und in ein Safe House zu bringen.

Drahtzieher des Ganzen ist Christian Aristides (Christoph Franken), Chef der PR-Firma, für die Sophia als Programmiererin arbeitet. Ursprünglich sollte sie ein Programm entwickeln, das Fake News entlarvt. Doch Aristides will genau das Gegenteil – eine Software, mit der sich ebensolche Filter umgehen lassen. Mehr noch: Sophia soll schnellstmöglich eine Software fertigstellen, mit der die anstehenden Wahlen im afrikanischen Staat Kitwana zugunsten des autoritären Amtsinhabers manipuliert werden können.

Das sagt Hans Sigl über den Film

Klingt nach konventioneller Krimikost? Ist es auch, trotz eines ziemlich überraschenden Twists in der Mitte des Films. Für durchgehende Spannung und Tempo sorgt auch er allerdings nicht. Aber vielleicht ist das auch gar nicht das Ziel von „Flucht aus Lissabon“. Die zahlreichen „Bergdoktor“- und Hans-Sigl-Fans werden auch bei seinem dritten Thriller-Ausflug einschalten und sicher voll auf ihre Kosten kommen.

Für die luxemburgisch-portugiesische Schauspielerin Hana Sofia Lopes ist die Informantin Sophia die erste große Rolle in einer deutschen Produktion. Im Gegensatz zu ihrer Figur sei sie selbst schon mit dem WLAN-Passwort überfordert, sagt sie. Ihr eigenes Online-Verhalten und ihren Umgang mit Informationen hinterfrage sie mittlerweile viel stärker als früher. „Das Thema des Films ist hochaktuell und zeigt, wie gefährlich Desinformation und Deep Fakes sein können“, sagt Lopes. „Wir stehen vor der Herausforderung, die Technologie für gute Zwecke zu nutzen und gleichzeitig sicherzustellen, dass sie nicht gegen uns eingesetzt wird.“

Auch ihr Filmpartner Hans Sigl unterstreicht die Botschaft von „Flucht aus Lissabon“: „Wir sehen da eine große Überforderung auf uns zukommen: Künstliche Intelligenz gepaart mit Fake News. Eine Kombination, die verschiedene Gesellschaftsformen, in dem Fall auch die Demokratien, gefährden kann. Hier setzt dieser Film an und schafft hoffentlich ein Bewusstsein, dass man grundsätzlich kritischer bei vermeintlichen News ist und sich breiter aufstellt, damit man nicht in die Falle tappt.“

Der Film „Flucht aus Lissabon“ wurde erstmals am 17. März 2025 ausgestrahlt. Das ZDF wiederholt ihn am Donnerstag, 2. Juli 2026, um 22.15 Uhr. In der ZDF-Mediathek steht er bereits zur Verfügung.

 

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