Die Wollnys: Rettungsplan nach der Horror-Rechnung
tromschock bei den Wollnys – Mama Silvia zieht die Notbremse

Am Abend versammelt Silvia Wollny ihre Familie nicht nur zum Essen, sondern auch zu einer ernsten Ansprache. Grund ist die jüngste Stromnachzahlung in schwindelerregender Höhe: Über 6.700 Euro muss die Großfamilie begleichen. Für Silvia ist klar – jetzt muss ein strenger Energiesparplan her.
Mit Zettel und Stift legt sie ihren Kindern und Partner Harald klare Regeln auf: Licht aus beim Verlassen des Zimmers, keine Geräte mehr im Standby-Modus, Waschmaschine nur noch, wenn sie wirklich voll ist, und der Trockner darf nur mit gereinigtem Flusensieb laufen. Ab 22:30 Uhr gilt zudem Schlafenszeit – Strom aus für alle. „Hier zieht jeder an einem Strang, sonst wandere ich aus“, sagt Silvia bestimmt.
Doch die Kinder reagieren gemischt. Einige finden die Maßnahmen übertrieben, andere pochen auf kleine Ausnahmen – etwa gemeinsames Fernsehen. Silvia aber bleibt hart. Schließlich sei sie es, die am Ende die Rechnung für das 800 Quadratmeter große Haus begleichen muss.
Später am Abend kontrolliert das Familienoberhaupt, ob sich auch wirklich alle an die neuen Regeln halten. Doch schon um 22:45 Uhr erwischt sie die Kinder mit eingeschaltetem Licht und laufendem Fernseher. Der Ärger ist groß – Silvia bleibt konsequent: Handys kommen in den Flugmodus, wer nicht mitzieht, muss mit Strafen rechnen.
Am nächsten Tag zeigt sie sich erneut entschlossen. Statt der geliebten Kaffeemaschine kommt die alte Camping-Filtermaschine zum Einsatz. „Ich brauche meinen Kaffee rund um die Uhr, aber wenn die Kinder sehen, dass auch ich verzichte, ziehen sie vielleicht mit“, erklärt sie.
Doch kaum verlässt Silvia das Haus, steht das Familienleben wieder Kopf. Überall brennt das Licht, Wasch- und Spülmaschine laufen halbleer. Als sie zurückkommt, ist die Wut groß.
„Das ist ein Vertrauensbruch! Wir haben gestern alles besprochen – und heute läuft hier wieder alles wie vorher.“ Sie kündigt an, nun sogar elektrische Zahnbürsten und andere Kleingeräte aus dem Verkehr zu ziehen.
Zehn Tage nach dem Schock über die Nachzahlung wird Bilanz gezogen. Silvia liest die Zählerstände ab: Während die Familie zuvor im Schnitt 68 Kilowattstunden pro Tag verbrauchte, liegt der Wert nun bei 52 bis 53. Eine klare Verbesserung – 15 Kilowattstunden weniger bedeuten rund 4,50 Euro Ersparnis täglich. Hochgerechnet aufs Jahr wären das rund 1.640 Euro.
„Seht ihr? Es funktioniert!“, ruft Silvia ihren Kindern zu. Stolz verkündet sie den Erfolg, betont aber auch: Da geht noch mehr. Ihr Ziel ist es, den Verbrauch noch weiter zu senken – am liebsten um die Hälfte.
Für die Wollnys beginnt damit ein neuer Alltag: zwischen Schulstress, Großfamilien-Chaos und dem ständigen Kampf um jede Kilowattstunde. Ob Silvia ihr strenges Regiment dauerhaft durchsetzen kann, bleibt abzuwarten. Doch eines ist klar: Die Stromkrise hat das Familienleben in Ratheim grundlegend verändert.








