Ein Tausender für antikes Schmuck Set „Bares für Rares“ Händler sehen das ganz anders!

Bares für Rares: Antikes Schmuckset sorgt für Ernüchterung – Mutter-Tochter-Duo erlebt bittere Preisüberraschung

Nicht jede Rarität ist automatisch ein Schatz. Diese Erfahrung machten auch Sibille und ihre Tochter Birgit aus dem Rheinland, als sie mit großen Hoffnungen und einem kunstvollen Schmuckset in der ZDF-Trödelshow Bares für Rares auftraten. Schon viele Verkäufer hatten mit alten Colliers und Raritäten dort gute Geschäfte gemacht – warum also nicht auch sie?

„Ich habe noch nie irgendwo Schmuck gesehen, der so aussieht wie dieser“, schwärmte Birgit, als sie gemeinsam mit ihrer Mutter vor Moderator Horst Lichter trat. Das Set, das sie verkaufen wollten, bestand aus einer Halskette, einem Armband, einer Brosche und einem Ring – reich verziert, mit feinen Ornamenten, Perlen und grünen Steinen. Ein echter Hingucker, der auf den ersten Blick aus einer anderen Zeit zu stammen schien.

Horst Lichter war sofort angetan: „Man hat das Gefühl, das ist ein Stück Geschichte.“ Expertin Dr. Heide Rezepa-Zabel bestätigte den Eindruck. Sie datierte das Set auf das späte 19. Jahrhundert, in die Epoche des Historismus – eine Zeit, in der Handwerkskunst und dekorative Details großgeschrieben wurden.

Doch die Freude währte nicht lange. Bei genauer Betrachtung entdeckte Rezepa-Zabel kleine Mängel. Zwar sei die Ornamentik mit Blüten und Blättern außergewöhnlich reich, doch die Emaille-Verzierungen seien deutlich beschädigt. Zudem fehle dem Set ein entscheidendes Detail: die Ohrhänger, die es einst komplettierten.

Auch beim Material kam Ernüchterung auf. Das Schmuckset war nicht aus Gold, sondern aus Silber mit Vergoldung gefertigt. Die grünen Steine – sogenannte Heliotrope oder Blutjaspis – sorgten zwar für Farbe, galten aber nicht als besonders wertvoll.

Die Geschichte dahinter war dagegen umso schöner: Sibilles Vater hatte das Set 1952 als Ostergeschenk für ihre Mutter gekauft. Seit drei Generationen war es nun im Familienbesitz – ein Stück gelebter Geschichte.

Dennoch musste die Expertin dämpfen: „Ich komme auf 500 bis 700 Euro.“ Birgit und Sibille hatten auf 1000 Euro gehofft – das Geld wollten sie unter den fünf Enkeln aufteilen. Doch statt Enttäuschung zeigte die ältere Dame Humor: „500 Euro lassen sich ja auch gut teilen“, meinte sie lachend und zog entschlossen mit der Händlerkarte weiter.

Im Händlerraum kam das Set gut an, doch schnell wurde klar: Der historische Stil ist heute schwer zu verkaufen. Daniel Meyer eröffnete mit 250 Euro, während Elke Velten-Tönnes zwar die Handwerkskunst lobte, aber skeptisch blieb: „So was ist schön, aber auch schwer zu vermitteln.“

Die Gebote stiegen langsam – 300, 350, 400 Euro. Erst bei 450 Euro machte Daniel Meyer ernst. „Das gibt es so kein zweites Mal“, betonte er. Doch weiter wollte niemand gehen. Schließlich nahm Sibille das Angebot an – 450 Euro, etwas unter der Expertise, aber immerhin ein erfolgreicher Verkauf.

„Ich kenne die Händler alle aus dem Fernsehen – das war ein Erlebnis!“, freute sich Sibille nach dem Deal. Den Erlös wollte sie wie geplant unter ihren Enkeln aufteilen. Und damit die Summe schön rund wird, schmunzelte sie zum Schluss: „Da lege ich für jeden noch einen Zehner drauf.“

So endete die Geschichte des 150 Jahre alten Schmucksets zwar ohne Goldregen, aber mit einem warmen Lächeln – und einer Erkenntnis, die Bares für Rares immer wieder beweist: Nicht jeder Schatz glänzt durch seinen Preis, sondern durch die Erinnerungen, die er trägt.

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