Fall Ofarim: Leipziger Hotelmitarbeiter erhält mehr Spenden als Schadensersatz
- Im Video: Spendenaufruf wegen Ofarim: Jetzt meldet sich Hotelmitarbeiter

Mitte Februar rief der Influencer und Trash-TV-Kommentator Sanijel Jakimovski (35) wegen Gil Ofarim zu einer Spenden-Aktion auf. Sein Ziel: den Hotelarbeiter Markus W. nach den belastenden Jahren symbolisch und finanziell zu unterstützen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: 20.635 Euro sind inzwischen zusammengekommen und am Montag vollständig an den Hotelmitarbeiter überwiesen worden, teilte Jakimovski auf Instagram mit.
Rund 930 Menschen hätten gespendet. Im Schnitt spendete somit jeder 21,23 Euro. Nahezu 70 Prozent der Beiträge kamen von Frauen, so der Initiator. „Aber egal, ob 1 Euro oder 100 Euro – jeder einzelne Cent war ein Zeichen gegen Ungerechtigkeit“, schrieb Jakimovski und bedankte sich bei allen Unterstützern für das „krasse Signal“.
Dschungelcamp-Skandal: Ofarim erneut im Fokus der Öffentlichkeit
Auslöser für die Spendeninitiative war Ofarims Auftritt im RTL-Dschungelcamp Anfang dieses Jahres, bei dem der Sänger erneut über den Fall sprach. Im Gerichtsstreit um die falschen Antisemitismus-Vorwürfe hatte Gil Ofarim 2023 vor dem Landgericht Leipzig schließlich eingestanden, dass seine Anschuldigungen erfunden waren.
Das Verfahren wurde gegen eine Geldauflage eingestellt, unter anderem 10.000 Euro, die Ofarim als Auflage zu zahlen hatte. Im Rahmen der juristischen Einigung zwischen Gil Ofarim und dem Hotelmitarbeiter Markus W. wurde vereinbart, dass Ofarim 20.000 Euro Schmerzensgeld bzw. Schadensersatz an Markus W. zahlt, wie unter anderem „n-tv“ berichtete.
Der Fall Gil Ofarim
Im Jahr 2021 beschuldigte Gil Ofarim öffentlich einen Mitarbeiter eines Leipziger Hotels, ihn aus antisemitischen Gründen abweisend behandelt zu haben. Videoaufnahmen, Zeugenaussagen und Ermittlungen ergaben jedoch keinen Beweis für einen entsprechenden Vorfall, woraufhin die Staatsanwaltschaft gegen Ofarim Anklage wegen falscher Verdächtigung und Verleumdung erhob. Im Laufe des daraufhin folgenden Strafverfahrens räumte Gil Ofarim im November 2023 vor Gericht ein, dass die Vorwürfe gegen ihn zuträfen. Das Verfahren wurde daraufhin gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt, ohne dass es zu einem Schuldspruch kam.

Das plant Markus W. mit dem Geld
Der Empfänger der Spenden meldete sich nach der Überweisung selbst zu Wort und erläuterte, wie er einen Teil des Geldes verwenden möchte: Er wolle Wohltätigkeitsorganisationen wie HateAid (gegen Hass im Netz) und den Minilöwen e. V. (für Frühgeborene und Familien) unterstützen. Ein weiterer Teil sei für „Zeit für mich und meine Familie“ gedacht – ein Satz, der die emotionale Belastung der vergangenen Jahre anklingen lässt. Abschließend bedankte sich W. bei allen Helfern: „Ich bin unendlich dankbar für den Zuspruch und weiß das sehr zu schätzen.“








