„Irre!“: Prunkvolles Bettelarmband bringt „Bares für Rares“-Verkäuferin Geldsegen
Dass ihr Goldarmband einen gewissen Wert hatte, wusste die Verkäuferin. Doch mit so viel hätte sie nicht gerechnet …
„Bettelarmband mag der Name sein, aber das sieht ganz anders aus, als wenn ein Bettler es angehabt hätte“, staunte Horst Lichter über das viele Gold auf dem Expertisentisch. Und das bescherte der Verkäuferin mehr Bares als sie sich erträumt hätte … „Es ist das vollste, das ich je gesehen habe, und das schmuckvollste auch“, konnte sich der Moderator kaum an den kleinen Anhängern sattsehen. „Ja, das stimmt“, nickte die Expertin Dr. Heide Rezepa-Zabel.

Die Expertin legte das Armband ums Handgelenk. „Irre!“, fand Horst Lichter. „Das muss man aber auch tragen können.“ Uschi aus Berlin, die von ihrer Freundin Heike begleitet wurde, erzählte: „Ich habe das 1966 von der Mutti geschenkt bekommen mit den zwei Sputniks. Da war noch nichts weiter dran.“ „Jedes Jahr, wenn meine Mutter mal vereist ist, kam immer ein Stück dazu“, fuhr sie fort. „Also alles nur von der Mutti.“ Lichter fragte: „Und jetzt kannst du dich davon trennen?“ Uschi seufzte: „Ich kann es ja nicht mehr tragen.“
Heide Rezepa-Zabel begutachtete die 16 Charms: „Ich denke, dass sie in erster Linie alle aus Italien stammen.“ Auto, Dampflok, Weltkugel – die Motive passten zum Thema Reisen. Die bunten Glassteine lagen in den 1960er Jahren im Trend. „Es sind Glückssymbole dabei, es sind alltägliche Symbole, es sind popkulturelle Miniaturen“, zählte die Expertin auf. Beispielsweise stand der Backfisch für heranwachsende Teenager.
Verkaufspreis von Bettelarmband übertrifft alle Erwartungen
Mit 8.000 Euro kam Horst Lichter der Wunschpreis beachtlich vor. Doch Heide Rezepa-Zabel rechnete alles an Materialwert zusammen: „Da komme ich schon auf 12.800 Euro.“ Uschi stockte der Atem. Insgesamt schätzte die Expertin den Wert auf 13.000 bis 14.000 Euro. Uschi rang mit den Freudentränen, da griff Horst Lichter ihre Hand. „Oh, hast du kalte Hände“, lachte Uschi. „Weil ich so aufgeregt war“, freute sich Lichter mit ihr.

„Ich merke es jetzt erst, wie schwer mir es doch fallen wird, das jemand anders zu überlassen“, ging Uschi mit gemischten Gefühlen in den Händlerraum. Doch ihr Schmuckstück kam bei Lisa Nüdling gut an: „Das ist ein tolles Bettelarmband!“ „Ein Bettelarmband ist das?“, war Daniel Meyer vom vielen Gold geblendet. „Ich kann mir vorstellen, dass es um dieses Armband ein ziemliches Battle geben wird“, scherzte Benjamin Leo Leo. Er sollte recht behalten. „Ich starte fünfstellig mit 10.000 Euro“, eröffnete Wolfgang Pauritsch. Und schnell erhöhten sich die Gebote reihum.
Bei 12.800 Euro von David Suppes war jedoch Schluss. Immerhin erzielte die Verkäuferin damit den Goldankaufswert und fast 5.000 Euro mehr als sie erhofft hatte: „Ich bin überglücklich und ich freue mich riesig!“ Der Händler versprach: „Ich werde gut drauf aufpassen.“ Nicht verkauft wurde hingegen das Gemälde von Theodor Rudolf Rocholl aus dem Jahr 1923, dessen Wert die Expertin auf 600 bis 800 Euro schätzte.
„Bares für Rares“-Händler schwärmt: „Das ist wirklich einmalig“
Der Verkäufer hätte jedoch nur ab 3.000 Euro verkauft. Bei der niedrigen Schätzung wollte er das Bild lieber einem Museum übergeben. Dafür bekam das Händlerteam das antike Türschloss aus dem 17. Jahrhundert zu sehen, das 3.000 bis 4.000 Euro wert war. „Es gibt Sammler für Schlösser“, wusste Benjamin Leo Leo. Deshalb gab Daniel Meyer 2.350 Euro aus. „Das ist wirklich einmalig“, schwärmte Wolfgang Pauritsch vom Objekt.
Die umgearbeiteten Ohrclips aus der Zeit zwischen 1830 und 1850 hatten einen Wert von 250 bis 350 Euro. David Suppes schnappte sich die Schmuckstücke für 200 Euro. „Stehen dir auch gut“, gratulierte Daniel Meyer zum Kauf. Die Keramikfigur „Die Nonne“ von Roger Capron aus den 1950er bis 70er Jahren war 1.400 bis 1.800 Euro wert. Da das Objekt ein Unikat war, steigerten sich die Händler in ungeahnte Höhen nach oben. Am Ende bezahlte David Suppes 4.700 Euro. Pauritsch gratulierte: „Du hast die Chance ergriffen, und du hast das gut gemacht.“ (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit teleschau.)








