„Schrei mich nicht so an“: Horst Lichter zofft sich mit „Bares für Rares“-Experte..
Bei der Expertise eines antiken Kompasses flogen zwischen dem „Bares für Rares“-Moderator und dem Experten kurz die Fetzen.
Köln – Er ist ein kleiner Besserwisser: Horst Lichters Ungeduld brachte den „Bares für Rares“-Experten Sven Deutschmanek in der Freitagsausgabe der ZDF-Trödelshow auf die Palme. Zunächst wollte Horst Lichter wie üblich vom Verkäufer wissen: „Wo hast du denn den Kompass her?“ Hans erzählte: „Vor 45 Jahren habe ich ein Haus gekauft in Arnsberg. Da habe ich oben den Boden aufgeräumt, da stand eine alte Truhe noch, und da war der Kompass drin.“

„Aber der tut das nicht machen, ne?“, wandte sich Lichter an den Experten Sven Deutschmanek, weil die Nadel stillstand. Der meinte: „Doch, der tut es machen. Das zeige ich jetzt gleich einmal.“
„Aber der Zeiger bewegt sich doch gar nicht …“, fiel ihm Horst Lichter ins Wort. Genervt zischte Deutschmanek: „Moment!“ Lichter fuhr zurück: „Schrei mich nicht an!“ Der Experte rechtfertigte sich: „Ich habe doch gesagt, das zeige ich gleich!“ Der Moderator grummelte: „Und schon ist er wieder beleidigt.“ Deutschmanek raunzte: „Was preschst du denn so vor?“ Lichter wurde kleinlaut: „Jetzt habe ich ein bisschen Angst vor dir …“ – „Musst du gar nicht“, beschwichtigte der Experte. „Dieser Unterton …“, monierte Lichter.
Hans und sein Schwiegersohn Mathias schauten dem Gekabbel zwischen Experte und Moderator amüsiert zu. Dann mussten Deutschmanek und Lichter selbst über ihr Wortgefecht lachen, und der „Bares für Rares“-Experte nannte seine Details zum Peilkompass aus der Zeit zwischen 1860 und 1870.
Er führte aus: „Und jetzt kommen wir an diese eine Stelle, die grade Herr Lichter angesprochen hat: Der funktioniert ja gar nicht …“, konnte sich Deutschmanek einen Seitenhieb nicht verkneifen. Lichter rollte mit den Augen. Der Experte löste die Absperrung, und die Nadel bewegte sich. Für den Kompass zur Landvermessung von Lewert Berlin wünschte sich Hans 800 Euro. Der Schätzwert lag mit 400 bis 600 Euro drunter. „Naja, ok“, nahm Hans die Händlerkarte trotzdem gerne entgegen.

„Bares für Rares“-Händler: „Bist ja wirklich ein Vollpfosten!“
„Etwas Nautisches?“, vermutete das Händlerteam. Doch Mathias klärte auf: „Das ist ein Peilkompass.“ Dazu fiel Jan Cizek ein Scherz ein. „Christian, ein bisschen nach links! Nein, zu viel. Nach rechts“, peilte er seinen Kollegen Christian Vechtel an. Dann grinste er: „Du bist ja wirklich ein Vollpfosten!“
Wolfgang Pauritsch lachte: „Spaß bringt Ihr Exemplar schon, jetzt wollen wir versuchen, es Ihnen abzukaufen.“ Cizek einigte sich letztendlich mit dem Verkäufer auf 350 Euro. Der Kompass sei ein tolles Objekt, aber „da muss erstmal einer vorbeikommen und sich verlieben“.
„Bares für Rares“: 8.000-Euro-Armband erweist sich als Ladenhüter
Ebenfalls verkauft wurde eine Brosche mit etwa 1,5 Karat Diamanten aus der Zeit zwischen 1870 und 1890 mit einem Schätzwert von 800 bis 1.000 Euro. Die Gebote kamen sehr zögerlich. Mehr als 700 Euro von Wolfgang Pauritsch waren nicht drin – immerhin 200 Euro über dem Wunschpreis.
Eine Leuchtreklame für „Hot Wheels“ aus den 1980er-Jahren war weniger wert als erhofft, nämlich 350 bis 450 Euro. Horst Lichter wünschte dem Verkäufer Glück: „Manch ein Sammler geht durch die Decke.“ Bei Christian Vechtel weckte die Werbung Kindheitserinnerungen. Mit Verhandlungsgeschick erzielte der Verkäufer seine Schmerzgrenze von 400 Euro.
Das englische Silber-Set von Elkington & Co. aus dem Jahr 1876 wurde auf 5.000 bis 5.500 Euro geschätzt. Wolfgang Pauritsch zeigte großes Interesse, doch Elke Velten schnappte ihm die Silberware für 5.000 Euro vor der Nase weg.
Ein Goldarmband aus den 1970er-Jahren war nach dem Vorbild von Lapponia gestaltet und war 7.000 bis 8.000 Euro wert. Von der Schmerzgrenze von 7.900 Euro waren die Gebote weit entfernt. „Ich glaube, das sieht nicht gut aus“, seufzte Wolfgang Pauritsch und gab der Verkäuferin das Schmuckstück zurück.
Maria, Jesus und die heilige Barbara von Byzanz aus Keramik von Ende des 19. Jahrhunderts schätzte die „Bares für Rares“-Expertin nur auf 1.500 Euro. Denn: „Religiöse Kunst ist nicht so gut verkäuflich.“ Für 700 Euro fand sich in Ferdinand Resul Adanir wenigstens ein Käufer: „Ich mag ja sakrale Kunst.“ (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit teleschau.)












