Verwirrung bei “Bares für Rares”: Objekt ist keine Fälschung, aber auch nicht authentisch
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“Eine interessante Dose”, findet Heide Rezepa-Zabel. “Bares für Rares”-Moderator Horst Lichter vermutet eine französische Provenienz und erwidert in gespieltem Akzent: “Isch mog kloine Döschen.” Die Expertin fragt den Kollegen wie eine Lehrerin beim Abfragen: “Was macht man damit?”
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“Da kommt jede Menge Gedöns rein von der Dame, was die Abends ablegt”, erwidert Horst Lichter hemdsärmelig. Darüber amüsiert sich Heide Rezepa-Zabel, stimmt aber im Kern zu: Die Expertin erkennt eine Schmuckdose. Auch wenn die Familie von Verkäufer Marcus sie anders nutzte.
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“Da waren Knöpfe drin, die war in einem Nähschränkchen”, berichtet der 57-Jährige aus Duisburg. Das Stück aus dem Familiennachlass habe er metallurgisch überprüfen lasen, erklärt er. “Ui!”, macht Lichter beeindruckt.
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“Die scheint von 1774 zu sein, dem Stempel nach zu urteilen”, glaubt Marcus. “Ich habe ja eine Expertin, du glaubst ja gar nicht, was die alles rauskriegt”, erinnert Lichter. “Deswegen bin ich auch hier”, stimmt der Gast zu.
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“Eine zweite Meinung ist ja nie verkehrt”, sinniert Horst Lichter. So viel sei verraten: Die zweite Meinung wird Marcus nicht gefallen. Die Expertin befragt ihn, welche Punze zur Beweisführung gedient haben soll. “L wie Ludwig”, erwidert der Gast.
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Doch die Expertin erkennt mit detektivischem Spürsinn: Alle Punzen sind nicht scharf – obwohl “die Stempelsysteme in Frankreich immer sehr genau waren”. Es handele sich nicht um echte Amtspunzen, sondern nur um “Dekorationspunzen”, auch “Pseudomarken” genannt.
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Die Ornamentik sei ebenso wenig mit der Technik und Gestaltung des 18. Jahrhunderts vereinbar. Auch der Blick ins Innenleben ist für Rezepa-Zabel ein Beweis: “Wenn es eine alte Dose wäre, wäre sie feuervergoldet. Wir würden einen tiefen, honiggelben Ton wahrnehmen.”
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“Hier ist es aber ein zitroniges Gelb”, referiert die Expertin. “All das spricht nicht für die von Ihnen vermutete alte Zeit”. Stattdessen handele es sich um eine “historisierende Dose im Rokoko-Revival, also 1880 bis 1910”.
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“Mit Hanauer Pseudomarken”, vermutet Heide Rezepa-Zabel. Was heute wie eine Fälschung wirkt, diente in jener Zeit lediglich dem “historisierenden Eindruck”, relativiert die Expertin. “Die Irreführung ist nie gewollt worden”, lautet ihr Fazit. Daher gibt es auch eine Händlerkarte.
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Allerdings bremst Heide Rezepa-Zabel den Wunschpreis von 750 Euro auf maximal 600. Bei einem Original hätte sie “gern eine Null drangehängt”, bedauert sie. Dennoch geht Marcus verhandlungsbereit in den Händlerraum.
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Marcus stellt sein Mitbringsel in die Mitte des Händlertisches – wo Wolfgang Pauritsch sitzt. “Oh, ein französischer König”, denkt der Händler zunächst laut. Dann bemerkt er: “Das sind Pseudo-Punzen.” Marcus bestätigt dies.
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“Es ist wunderschön gemacht”, lobt Pauritsch. “Man denkt, die Dose ist viel älter, aber die wird jetzt 130 Jahre alt sein.” Daniel Meyer weiß: “Solche Dosen gab es in dieser Form nicht im 18. Jahrhundert, auch nicht im 17. Jahrhundert.”
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“Haben Sie denn gedacht, dass es eine barocke Dose ist?”, fragt Wolfgang Pauritsch. Marcus bestätigt. “Schade”, findet der Händler. Er startet mit 250 Euro. Daniel Meyer und David Suppes steigen ebenfalls ein.
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Die 300er-Marke wird überschritten und bald auch die 400-Euro-Grenze. Nach weiteren Zwischenschritten geht Wolfgang Pauritsch sogar auf 500 Euro. Damit erreicht er den minimalen Schätzpreis.
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“David, auch noch dabei?”, erkundigt sich Pauritsch bei Suppes. Der macht grummelige Laute, die wohl “nein” bedeuten sollen. “Was sagen Sie denn zu unseren Geboten?”, fragt Wolfgang Pauritsch direkt. Marcus schaut spektisch.
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“Für welchen Preis würden Sie die Dose hierlassen?”, fragt Pauritsch. Marcus nennt 700 Euro. David Suppes fragt: “Deckt sich denn ihr Preiswunsch mit der Expertise?” Marcus muss verneinen. Meyer bietet 510 Euro. Noch immer zu wenig, findet der Verkäufer.
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“Es ist ein schönes Stück und ich bin ja davon ausgegangen, dass es aus der Zeit des späten 18. Jahrhunderts ist”, erklärt Marcus. Selbst 550 Euro von Pauritsch lehnt er ab. “Ich nehme sie wieder mit”, entscheidet der Trödelshow-Gast, obwohl er weiß, dass seine Grundannahme falsch war.
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