„ War lebensmüde, Es ist nicht mehr auszuhalten“‘ Was ist mit Patrice Aminati passiert
Wie ist es, eine Krebsdiagnose zu erhalten? Das wollte der Pflege-Aktivist Ricardo von Patrice Aminati wissen. Bei Instagram teilen die beiden einen Videoausschnitt ihres Gesprächs.

«Wir haben uns als Patientin und Pfleger über Themen unterhalten, über die viel zu selten gesprochen wird», heisst es im Post.
Die 30-jährige Moderatorin scherzt bei ihrer Antwort auf die Frage Ricardos. Sie erhielt ihre Diagnose vor zweieinhalb Jahren per Telefon, hätte sofort ins Spital kommen müssen und dachte im ersten Moment: Dafür fehle ihr eigentlich gerade die Zeit.
Die Waschmaschine lief, ihre Tochter war daheim und der Geschirrspüler fertig. «Damals wusste ich nicht, was die Diagnose bedeutet.
Manchmal ist es einfacher, wenn man naiv ist und nicht weiss, was auf einen zukommt. Denn das ist wirklich knüppelhart», erzählt Aminati.
Die Opferrolle lähmt sie, darum will sie weiter Verantwortung für Tochter übernehmen
Patrice Aminati hat ein malignes Melanom, besser bekannt als schwarzer Hautkrebs. Die Diagnose erhielt sie nur wenige Monate nach der Geburt ihrer Tochter, die sie mit Ehemann Daniel Aminati (52) hat, den sie 2022 heiratete.
Im Interview mit «Die Zeit» erklärte sie Anfang Mai, dass sie sich in palliativer Behandlung befinde. Der Krebs sei im Stadium 4 nicht mehr heilbar und habe gestreut.

Bei ihr gehe es darum, ihre Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu erhalten. Aminati hat am 8. Oktober mitgeteilt, «die letzte Bestrahlung» geschafft zu haben.
Aminati kämpfte sich aus Opferrolle
Nun erklärt sie, was sie an den Durchhalteparolen nervt, die sie aus ihrem Umfeld hört. Als Krebspatientin nähmen viele sie als Opfer wahr, doch auf die Rolle einer Palliativpatientin reduziert zu werden, ziehe sie runter.
«Nach zweieinhalb Jahren war ich irgendwann lebensmüde und dachte: ‹Ich kann nicht weiterkämpfen. Es hat doch eh keinen Sinn mehr, jetzt noch einen neuen Pullover zu kaufen.›»
Aus dieser Opferrolle herauszufinden, habe ihr sehr geholfen, weshalb sie das ihren Leidensgenossen als Tipp ans Herz legt.
Aminati fühle sich besser, wenn sie am Leben teilnimmt, Dinge unternimmt, Verantwortung für ihre Tochter übernimmt – oder sich mal einen neuen Pullover gönnt.








