„Was stimmt mit euch nicht?“: Bietergefecht bei „Bares für Rares“ eskaliert
Ein historisches Trinkspiel-Gadget sorgte in der Dienstagsfolge von „Bares für Rares“ für helle Aufregung. Der Ausgang des Bietergefechts hatte mehr mit einer Trotzreaktion zu tun als mit professionellem Händler-Kalkül.
„Ein Stiefel für Stiefeltrinken“, erkannte Horst Lichter in der Dienstagsfolge von „Bares für Rares“. Friederike Werner bestätigte: „Ja, ein richtig schönes Scherzglas.“ Lichter kannte einen Trick, sich beim Wettspiel nicht nass zu machen. Der aber war gegen die Regeln …

Setzt man den Mund an der Seite an, die der Stiefelspitze zugewandt ist, schwappt das Glas nicht über. In der Theorie. Das aber sei gegen die Regeln, da die Bierdusche „der ganze Spaß“ sei, so Dr. Friederike Werner.
Horst Lichter zeigt sich beeindruckt: „So alt?!“
Klaus ist Haustechniker aus Oberhausen. Er bekam das Mitbringsel von einem „väterlichen Freund“ geschenkt. Der Freund hatte es von einem Gastwirt Anfang der 70er-Jahre als Dankeschön für Stammgast-Treue bekommen.
„Ein veritables Scherzglas“, fand die Expertin. Solche Spaß-Gadgets sind bereits seit der Antike bekannt, referierte Friederike Werner. Die Spurensucherin erkannte an der grünen Korrosion, dass meist von der regelkonformen Stelle aus getrunken wurde.
Ein Herstellernachweis für das Glas fehlte zwar, doch glaubte Werner, das Glas aufgrund des markanten Stils dennoch zuordnen zu können: Zwiesel im Bayerischen Wald. Das sei bekannt, wusste selbst Lichter. Die Künstlerin sei relativ sicher Henriette Steigerwald.
Besonders begeisterte sich die Expertin für das Ornamentband. „Ein Rapport von schönen Grotesken, wie man sie aus der Antike kennt“, so Werner. Unter anderem waren antike mythologische Mischwesen wie Sphingen und Greifen zu erkennen. Die Expertin entdeckte beim genaueren Hinsehen sogar einen Herstellerhinweis für das Ornamentband. „Das ist winzig klein“, erklärte sie. Die Überraschung: Die bekannte Marke WMF war der Hersteller.
Horst Lichter erkundigte sich neugierig nach dem Alter des historischen Trinkspiel-Behälters. „1890 bis 1900“, schätzte Dr. Friederike Werner. Lichter war sichtlich beeindruckt: „So alt?!“ Als Wunschpreis nannte Klaus 300 Euro. Die Experin bremste allerdings auf höchstens 250 Euro. „Okay“, erwiderte Klaus etwas enttäuscht. Horst Lichter kommentierte augenzwinkernd: „Wenn der voll wäre mit Bier, wäre das eine ganz andere Nummer.“
„Wie bist du denn drauf?“
„Das ist doch mal ein Glas!“, war Walter Lehnertz auch ohne Bier angetan von dem Mitbringsel. „Sie sehen aus wie ein Cowboy“, begrüßte Lisa Nüdling den Gast. Kein Wunder, schießlich erinnerte das Mitbringsel in einem Detail an Cowboy-Stiefel.
„Der hat sich die Sporen verdient“, machte Fabian Kahl ein Wortspiel. Er bezog sich natürlich auf die angebrachten Sporen. „Das ist ein 100 Jahre altes Glas, glaube ich, das ist sehr alt“, glaubte Wolfgang Pauritsch. „Da war auch eine Vergoldung dran“, so Klaus.
„Sehr reichhaltig gemacht“, lobte Fabian Kahl. „Ich habe so etwas noch nie in der Zusammenstellung gesehen und vor allem nicht von WMF“, war Sarah Schreiber sichtlich beeindruckt. „Gut, dass die Marke drauf ist, da gibt es Sammler“, dozierte Kahl.
Wolfgang Pauritsch begann mit 100 Euro. Walter Lehnertz und Lisa Nüdling boten mit. Als Pauritsch 260 Euro nannte, jammerte der Gegenspieler Lehnertz: „Alter Schwede, was stimmt mit euch nicht?!“ Ein gutes Argument, denn der Schätzpreis war bereits jetzt übertroffen!
Doch es ging noch weiter. Pauritsch bot 290. Er erklärte: „Ich hatte mal einen mit Echtsilber, den habe ich für weit über 1.000 verkauft.“ Lehnertz darauf: „Aber der ist nur versilbert, jetzt bleib doch mal ruhig!“ Nüdling entschied: „Ich steige aus, ihr streitet euch.“
Bald nannte Pauritsch 320 Euro. „Wie bist du denn drauf?!“, machte Walter Lehnertz einen seiner Standardsprüche. Pauritsch gab auf als Lehnertz 330 bot. Doch als Fabian Kahl überraschend mit 350 Euro einstieg, wurde Pauritsch irrational …
„Was?!“ Pauritsch sah Kahl vorwurfsvoll an. „Dann bin ich wieder drin. 360!“ Das Duell schritt fort. Pauritsch nannte 460 und Kahl zitierte augenwzinkernd den Rivalen Lehnertz: „Wie bist du denn drauf?“ Am Ende kaufte Pauritsch das Glas für stolze 500 Euro!
„Ein irres Objekt“, fand Nüdling. „Für einen irren Preis“, schob Sarah Schreiber nach. „Mir geht es gerade sehr, sehr gut“, kommentierte Klaus. Kein Wunder, der maximale Schätzpreis wurde verdoppelt! Klaus konnte sein Glück kaum fassen: „Das hätte ich nie erwartet.“












