Wie sich Stefan Raab mit seiner Dschungelcamp-Show selbst entlarvt
Stefan Raab bekommt eine neue Chance. Doch dieses Mal räumt RTL keinen großen Sendeplatz für ihn frei. Zu den besten Uhrzeiten hatte er vielleicht schon genügend Chancen, die er nach und nach verdaddelt hat. Nein, dieses Mal macht er nur noch ein Rahmenprogramm für das Dschungelcamp 2026.
Schon der Name seiner neuen Sendung sagt viel aus. Sie nennt sich „Die Stefan Raab Show – Die halbe Stunde nach der Stunde danach“. Es ist ein alberner Wortwitz. Der Titel sagt aber auch erbarmungslos, wo Raab im Dschungelcamp-Kosmos wirklich steht. Er ordnet sich ganz hinten ein.

Seit dem 28. Januar sieht das Programm rund ums Dschungelcamp so aus: Erst kommt „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ mit einer brandneuen Folge. Danach sitzen Promis zusammen und diskutieren in „Die Stunde danach“, was so alles passiert ist. Erst danach hat Raab seine 30 Minuten Sendezeit – und das auch nur von Dienstag bis Donnerstag. Es sind also nur ein paar Folgen, die Raab im Rahmen des Dschungelcamps bekommt. Aber sogar das dürften ein paar zu viel sein.
Raab versucht sich an Witzen über das Dschungelcamp 2026
In Folge zwei ist die Verzweiflung schon beim Eröffnungswitz mit Händen zu greifen. Selbst das Studiopublikum, das vorher noch groß applaudiert hat, scheint irritiert. Raab stellt fest, Dschungelcamp-Moderator Jan Köppen hat sich einen Bart stehen lassen. Daraus folgert Raab, den Rasierer habe Köppen jetzt seiner Co-Moderatorin Sonja Zietlow geschenkt. Die soll sich zweimal täglich den Bart rasieren.
So ist es wirklich passiert. Im Jahr 2026 startet Stefan Raab mit einem Damenbart-Witz in die Sendung. Das Studio versinkt trotz weniger Lacher weitgehend in Stille. Es ist nicht der erste oder letzte Augenblick, in dem der Applaus einfach ausbleibt. Besser werden die Witze über weite Strecken nicht mehr.
Aber auf eine Sache kann sich Raab mit seinem Publikum zumindest einigen. Die unkontrollierten Tiefschläge sind offenbar witzig, solange sie den Kandidaten des Dschungelcamps um die Ohren fliegen.
Von Ariel bis Gil Ofarim: Stefan Raab schießt gegen alle
Einmal mehr tut der Moderator das, was ihn einst berühmt gemacht hat. Er haut den Zuschauern die kleinen Clips entgegen, die er auf Knopfdruck abfeuern kann.
So wie den Ausschnitt aus dem Dschungelcamp, bei dem eine völlig fertige Ariel zu sehen ist. „Ich habe Scheiße auf meinem Kopf“, hört man die Teilnehmerin sagen. Raab feuert die erwartbare Pointe hinterher: „Und nicht nur drauf, muss man sagen …“

Nicht zu vergessen das kleine Quiz, das Raab anbietet. Wer eine Frage beantworten kann, bekommt Geld in die Hand gedrückt. Falls die Antwort aber falsch ist, muss sich der Zuschauer mit Perücke und Bart als Gil Ofarim verkleiden. Auszusehen wie ein Dschungelcamp-Teilnehmer wird als Demütigung inszeniert – mehr fällt dieser Sendung nicht ein. Es ist ein Trauerspiel, wie eine mickrige halbe Stunde Sendezeit notdürftig gefüllt wird.
Übrig bleibt die Resteverwertung nach dem Dschungelcamp
Raab macht mit den meisten Witzen klar: Er sucht keinen Streit auf Augenhöhe. Er will nach unten treten. Wer unter ihm steht, ist dabei klar: Absolut jeder. Man muss das Dschungelcamp nicht einmal gut finden, um das Problem zu sehen. Der Unterschied zwischen den Promis in Australien und einem Raab im RTL-Studio ist zu offensichtlich.
Die einen gehen tatsächlich in eine harte Situation und erdulden Dinge, die sie lieber nicht erleben würden. Der andere drückt entspannt auf die lustigen Knöpfchen und lebt komplett von dem, was das Dschungelcamp vorher schon gesendet hat.
Was die Zuschauer bei Raab erleben können, ist billigste Resteverwertung mit viel zu großem Ego. Das wissen wir nicht erst seit heute. Aber offensichtlicher kann er es kaum noch vorführen.




